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Michelangelo: Erschaffung des Menschen. Fresko von 1508 - 1512 in der
Sixtinischen Kapelle im Vatikan

Adam und Eva waren nach dem biblischen
Schöpfungsbericht in 1. Mose 2, einer theologischen Lehrerzählung, die
Stammeltern der Menschheit. Als Nebel das Land befeuchtet hatte, konnten
Sträucher und Bäume wachsen, da bildete Gott den Adam aus dem Lehm der Ackererde
und blies ihm den Lebens-Odem ein. Gott pflanzte dann den Garten Eden
, das
Paradies, mit den vier Paradiesströmen
Geon, Physon, Euphrat und Tigris, mit
dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis. Adam wurde in den Garten
gesetzt und erhielt das Gebot, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Dann
wurden die Tiere erschaffen, und Adam gab ihnen ihre Namen. Nachdem unter den
Tieren kein rechter Gefährte für Adam zu finden war, unternahm Gott einen
zweiten Versuch: Adam wurde in tiefen Schlaf versetzt, aus einer Rippe wurde Eva
erschaffen.
Werkstatt des Ludwig Henfflin: Adam und Eva
müssen arbeiten, Buchmalerei, 1477, in der Universitätsbibliothek in Heidelberg

Die Geschichte vom Sündenfall 1. Mose 3 erzählt, wie eine Schlange Eva
ĂĽberredete, gegen das Verbot einen Apfel vom Baum der Erkenntnis zu brechen und
ihn Adam zu reichen. Als er davon gegessen hatte, wurden ihnen die Augen
aufgetan
- sie erkannten, dass sie nackt waren, und versteckten sich vor Gott,
der im Paradiesgarten spazieren ging. Gott aber rief sie zur Verantwortung, lieĂź
sie durch einen Engel - nach traditioneller Auffassung war es Michael
- mit dem Flammenschwert aus dem Paradies vertreiben, bekleidete sie aber zu
ihrem Schutz mit Fellgewändern. Statt mit dem Tod, wie angedroht, bestrafte der
gnädige Gott nur mit dem Ausschluss aus dem Paradiesgarten.
Adam und Eva wurden Kain und Abel (1. Mose 4), Seth und weitere Söhne und Töchter (1. Mose 5) geboren.
Adams Tod wird u.a. im apokryphen Nikodemus-Evangelium berichtet. Die Szene bildet das Vorspiel zur Legende von der Kreuzfindung der Helena: Als Adam sich zum Sterben legte, bat sein Sohn Set an der Paradiesestür um das Öl der Barmherzigkeit vom Baum des Lebens, damit sein Vater gesund werde. Der Erzengel Michael wies ihn zurück, denn diese Möglichkeit bestehe erst in 5500 Jahren; er gab ihm aber einen kleinen Zweig vom Baum der Erkenntnis. Bei Sets Rückkehr war Adam schon gestorben; Set pflanzte den Zweig auf sein Grab. Der Baum, der daraus wuchs, wurde nach einer Reihe von anderen Verwendungen zum Holz des Kreuzes Jesu.
Nach anderen früh verbreiteten Legenden wurde Adam auf Golgota in Jerusalem begraben, durch das Erdbeben beim Kreuzestod Christi wurde sein Schädel sichtbar. Daher ist bei vielen Kruzifixen und Kreuzigungsszenen ein Totenkopf oder ein ganzes Skelett zu Füßen des Kreuzes dargestellt; diese Symbolik bezieht sich auch auf Paulus (Römerbrief 5, 14).
Die westliche Kirche gedenkt Adam als Vorfahre Jesu.
Patron
der Gärtner und Schneider
Bauernregel:
Wie's Wetter zu Adam und Eva war,
/ so bleibt's wohl bis zum End' vom Jahr.