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Adelheid-Wallfahrtskapelle und
Adelheid-Pützchen
im Bonner Stadtteil Pützchen,
Foto um 1920 
Adelheid war eine Tochter des Grafen Megingoz von Geldern und seiner Frau Gerberga aus dem Hause Lothringen. Erzogen wurde Adelheid im Stift St. Ursula in Köln. Als ihr einziger Bruder 978 im Böhmenkrieg fiel, gründeten die Eltern von seinem Erbteil 983 das Benediktinerinnenkloster in Vilich - heute Stadtteil von Bonn -, dessen erste Äbtissin Adelheid wurde. Nach dem Tod ihrer Schwester Bertrada wurde sie auf Drängen des Kaisers als deren Nachfolgerin auch Äbtissin des Klosters St. Maria im Kapitol in Köln und enge Vertraute von Erzbischof Heribert.
Adelheid war eine Wohltäterin für die Armen und Notleidenden im Rheinland. Die Überlieferung berichtet, wie sie zur Zeit einer furchtbaren Dürre das Dorf Vilich besuchte und ihre Gaben an die hungernden Menschen austeilte; weil die Leute sie anflehten, sie von dem Unglück zu befreien, schickte sie Stoßgebete zum Himmel und stach mit ihrem Stab zu; da schoss ein Wasserstrahl aus dem Boden. Möglich ist, dass die kluge und gebildete Äbtissin ganz bewusst in Pützchen bei Vilich nach Wasser gesucht hat weil sie ahnte, dass sich Wasser von den Ennerthängen über der Tonschicht des Pützchener Bodens gesammelt haben könnte.
Adelheid wurde in Vilich bestattet, wo auch ihre Reliquien ruhten. Im Truchsessischen Krieg um 1650 wurden sie geraubt und sind seitdem verschwunden, nur einzelne Reliquien wie z.B. ein Armknochen werden am Adelheidisfest, das jedes Jahr um ihren Gedenktag gefeiert wird, ausgestellt.
Das Wasser der Quelle im Bonner Stadtteil Pützchen,
das Adelheid-Pützchen
, gilt als heilkräftig gegen Augenkrankheiten und ist
noch heute Ziel von Wallfahrten; im Bonner
Stadtteil Pützchen gibt es seit 1367 am zweiten Wochenende im September das Volksfest
Pützchens Markt
. Ende August / Anfang September wird Adelheid mit einer
Wallfahrtswoche und einer Brunnenweihe geehrt. An ihrem Gedenktag wird
traditionell Dohlenbrot
gebacken als Erinnerung an Adelheids Armenspeisungen.
Die historische Adelheidquelle liegt vor der Adelheid geweihten katholischen
Pfarrkirche in Pützchen; diese wurde 1724 als Klosterkirche von den Karmelitern
erbau. Vor der Kirche befindet sich die kleine Adelheidiskapelle aus dem 18.
Jahrhundert, die in die ursprüngliche Klostermauer einbezogen ist. Im Jahr 2008
haben die Stadtratsfraktionen von CDU, SPD und FDP auf Initiative der Sankt-Peter-Gemeinde
aus Vilich
den Antrag gestellt, Adelheid zur dritten Stadtheiligen von Bonn neben Cassius
und Florentius zu ernennen,
was vom Vatikan bestätigt wurde.
Kanonisation:
Adelheids Verehrung wurde 1966 durch Papst Paul VI. anerkannt.
Attribute:
Weinkrug, Stab
Patronin
von Bonn;
gegen Augenleiden
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