Gedenktag katholisch: 23. April
Name bedeutet: der Schildträger (griech.
Ägidius war Bauer und Analphabet. Er wurde der dritte Gefährte, der sich Franziskus in Rivotorto bei Assisi anschloss, nachdem er schon vorher in Herzenseinfalt und Gottseligkeit gelebt hatte. Überliefert ist, dass er 1209 Franziskus um Aufnahme in seine Gemeinschaft bat und ihnen dabei eine arme Frau begegnete, die inständig um Hilfe flehte; Franziskus wies ihn an, ihr seinen Mantel zu geben, Ägidius gehorchte und wurde von Franziskus aufgenommen. Ägidius unternahm eine Wallfahrt zu Jakobus nach Santiago de Compostela und ging dann nach Rom, um dort als Arbeiter und Missionar zu leben. Dann reiste er ins Heilige Land, um die Sarazenen zu bekehren.
Nach seiner Rückkehr wirkte Ägidius in Fabriano und in den Marken, in Rieti und in Algerien. Ägidius erlebte häufig Ekstasen, auch in Gegenwart von Papst Gregor IX., er hatte die Gabe der Weissagung und besaß einen außerordentlichen Verstand, litt aber auch unter häufigen Versuchungen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im Kloster Monteripido bei Perugia. Seine mystischen Aphorismen waren in ganz Europa verbreitet und übten Einfluss aus auf die Theorie der Mystik.
Ägidius' Sarg, ein Sarkophag aus dem 4. Jahrhundert, im
Oratorium des S. Bernardino in Perugia 
Ägidius wurde in der Franziskanerkirche in Perugia bestattet; sein Grab wurde
eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte. Sein Sarg wurde nach dem Auflassen der Kirche
in das daneben stehende Oratorium des S. Bernardino
überführt. Seine Lebensgeschichte verfasste der Franziskanerbruder == Leone. Überliefert sind auch seine Goldenen
Worte
.
Kanonisation:
Ägidius' Verehrung wurde von Papst Pius VI. bestätigt.
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