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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ägidius von Assisi

italienischer Name: Egidio

Gedenktag katholisch: 23. April
nicht gebotener Gedenktag im Orden der Franziskaner-Observanten

Name bedeutet: der Schildträger (griech.

Ordensmann, Mystiker
* in Assisi in Italien
† 22. April 1262 in Perugia in Italien


Ägidius war Bauer und Analphabet. Er wurde der dritte Gefährte, der sich Franziskus in Rivotorto bei Assisi anschloss, nachdem er schon vorher in Herzenseinfalt und Gottseligkeit gelebt hatte. Überliefert ist, dass er 1209 Franziskus um Aufnahme in seine Gemeinschaft bat und ihnen dabei eine arme Frau begegnete, die inständig um Hilfe flehte; Franziskus wies ihn an, ihr seinen Mantel zu geben, Ägidius gehorchte und wurde von Franziskus aufgenommen. Ägidius unternahm eine Wallfahrt zu Jakobus nach Santiago de Compostela und ging dann nach Rom, um dort als Arbeiter und Missionar zu leben. Dann reiste er ins Heilige Land, um die Sarazenen zu bekehren.

Nach seiner Rückkehr wirkte Ägidius in Fabriano und in den Marken, in Rieti und in Algerien. Ägidius erlebte häufig Ekstasen, auch in Gegenwart von Papst Gregor IX., er hatte die Gabe der Weissagung und besaß einen außerordentlichen Verstand, litt aber auch unter häufigen Versuchungen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im Kloster Monteripido bei Perugia. Seine mystischen Aphorismen waren in ganz Europa verbreitet und übten Einfluss aus auf die Theorie der Mystik.

Ägidius' Sarg, ein Sarkophag aus dem 4. Jahrhundert, im Oratorium des S. Bernardino in Perugia

Ägidius' Sarg, ein Sarkophag aus dem 4. Jahrhundert, im Oratorium des S. Bernardino in Perugia

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Ägidius wurde in der Franziskanerkirche in Perugia bestattet; sein Grab wurde eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte. Sein Sarg wurde nach dem Auflassen der Kirche in das daneben stehende Oratorium des S. Bernardino überführt. Seine Lebensgeschichte verfasste der Franziskanerbruder == Leone. Überliefert sind auch seine Goldenen Worte.

Kanonisation: Ägidius' Verehrung wurde 1777 von Papst Pius VI. bestätigt.

Catholic Encyclopedia




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993