Ökumenisches Heiligenlexikon

Alexander III.

Gedenktag katholisch: 30. August
Name bedeutet: der Wehrmann (griech.)
Papst
* um 1105 in Siena in Italien
† 30. August 1181 in Civita Castellana in Italien
Kartenskizze

Spinello Aretino (um 1345 - 1410): Papst Alexander III. empfängt einen Gesandten. Fresco im Palazzo Pubblico in Siena

Spinello Aretino (um 1345 - 1410): Papst Alexander III. empfängt einen Gesandten. Fresko im Palazzo Pubblico in Siena   

Als Orlando Bandinelli geboren, wurde Alexander III. der erste bedeutende Jurist auf dem Heiligen Stuhl. Er war Jura-Professor in Bologna, wurde 1150 Kardinal und 1153 Kanzler der römischen Kirche und Ratgeber für Papst Hadrian IV. in dessen Streitigkeiten mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Als Gesandter des Papstes auf dem Reichstag in Besançon 1157 verfasste Orlando das Dokument, mit dem Hadrian das gesamte römische Reich als seine Pfründe beanspruchte.

Hadrian IV. starb 1159, die Mehrheit der Kardinäle wählte Orlando zum Nachfolger als Papst Alexander III. Kurz darauf hielt Kaiser Barbarossa in Pavia ein eigenes Konzil ab, die Minderheit der Kardinäle wählte dabei den kaiserfreundlichen Kardinal Oktavian, der als Victor IV. Gegenpapst wurde; in Alexanders Amtszeit gab es weiter drei Gegenpäpste der Kaisertreuen. Alexander musste 1161 nach Frankreich emigrieren, wo er bis 1165 blieb und sich großer Anerkennung erfreuen konnte. Nach dem Tod von Gegenpapst Viktor IV. wuchs Alexanders Rückhalt auch in den oberitalienischen Städten, die 1168 neu gegründete Stadt Alessandria wurde nach ihm benannt. Aber erst 1177 fanden die Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser mit dem Frieden von Rialto - einem Stadtteil von - Venedig ein Ende. Das Schisma erlosch endgültig aber erst im Jahr 1180, als Alexander Gegenpapst Innozenz III. verhaften lassen konnte.

König Heinrich II. von England nützte die schwierige Lage des Papstes zum Ausbau seiner Hoheitsrechte gegenüber der Kirche; Alexander III. unterstützte zwar Thomas Becket, der sich aber nicht durchsetzten konnte. Als Lehre aus den Geschehnissen bei der Wahl Alexanders zum Papst führte das 3. Konzil im Lateran, 1179 einberufen, die Zwei-Drittel-Mehrheit als Quorum für die Papstwahl ein. Alexander besorgte sich als erster der Päpste über das Aufblühen der Katharer, seine Aufrufe zum Kreuzzug hatten aber wenig Erfolg.

Bald darauf vertrieb die papstfeindliche Stimmung in Rom Alexander aufs neue. Alexander starb im Exil, seine Gebeine wurden nach Rom überführt, aber das Volk zerstörte sein Grab.

Alexander III. war einer der bedeutendsten Päpste des Mittelalters. Als Jurist legte er den Grund zur neuen Form der Gesetzgebung des Vatikans durch Dekrete, die universal für die ganze katholische Kirche zu gelten haben, als Staatsmann sicherte er die Rechte der Kirche gegen den Kaiser, bleib dabei aber maßvoll und verständigungsbereit.

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. Tübingen, 1976
• http://www2.evansville.edu/ecoleweb/glossary/alexanderiii.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000



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