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Spinello Aretino (um 1345 - 1410): Papst Alexander III. empfängt einen Gesandten.
Fresko im Palazzo Pubblico in Siena

Als Orlando Bandinelli geboren, wurde Alexander III. der erste bedeutende
Jurist auf dem Heiligen Stuhl. Er war Professor für Kirchenrecht in Bologna,
Verfasser juristischer und theologischer Kommentare. 1150 wurde er Kardinal,
1153 Kanzler der römischen Kirche und Ratgeber für Papst Hadrian IV. in
dessen Streitigkeiten mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Als Gesandter des
Papstes auf dem Reichstag in Besançon
1157 verfasste Orlando das Dokument, mit dem Hadrian das gesamte römische
Reich als seine Pfründe beanspruchte und das das die kaiserliche Würde als
beneficium
, als päpstliches Lehen, bezeichnete.
Hadrian IV. starb 1159, die Mehrheit der Kardinäle wählte Orlando zum
Nachfolger als Papst Alexander III. Kurz darauf hielt Kaiser Barbarossa in Pavia
ein eigenes Konzil ab, die Minderheit der Kardinäle wählte dabei den
kaiserfreundlichen Kardinal Oktavian, der als Victor IV. Gegenpapst wurde; in
Alexanders Amtszeit gab es weiter drei Gegenpäpste der Kaisertreuen. Alexander
weigerte sich, an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
in Pavia
teilzunehmen, die Barbarossa 1160 Klärung der Wahlen einberufen hatte.
Nachdem deshalb über ihn als Reichsfeind und Schismatiker
der
Bann verhängt wurde, exkommunizierte Alexander den Kaiser und wurde im
Oktober 1160 auf der Synode in Toulouse
von England und Frankreich,dann auch von Spanien, Irland und Norwegen als
rechtmäßiger Papst anerkannt. Als Barbarossa 1162 Mailand
eroberte, musste Alexander nach Frankreich emigrieren, wo er bis 1165 blieb
und sich großer Anerkennung erfreuen konnte.
Im Herbst 1165 kehrte Alexander III. nach Rom zurück, obwohl Barbarossa mit allen Mitteln den Nachfolger des 1164 verstorbenen Gegenpapstes Viktor IV., Paschalis III., unterstützte. Nach dem Tod von Gegenpapst Viktor IV. wuchs Alexanders Rückhalt auch in den oberitalienischen Städten, die 1168 neu gegründete Stadt Alessandria wurde nach ihm benannt. Der Auslieferung an Barbarossa, der 1167 Rom eroberte, entging Alexander durch seine Flucht nach Benevent. Infolge einer furchtbaren Malariaepidemie im kaiserlichen Heer, der auch Reinald von Dassel, der geistige Führer des Widerstandes, erlag, und der Niederlage Barbarossas gegen die Lombardei 1176 setzte sich Alexander gegen den Kaiser durch; der musste ihm bei einem Treffen die Füße küssen und die Steigbügel halten. Mit dem Frieden von Rialto - einem Stadtteil von Venedig - fanden die Auseinandersetzungen ein Ende: Barbarossa ließ Gegenpapst Calistus III., der 1168 Paschalis III. gefolgt war, fallen und anerkannte Alexander als rechtmäßigen Papst.
Einen großen Erfolg errang Alexander III. auch über Heinrich II. von England,
den zweitmächtigsten Herrscher jener Zeit, der die schwierige Lage des Papstes
zum Ausbau seiner Hoheitsrechte gegenüber der Kirche nutzen wollte und 1164
durch die Constitutions of Claredon
die weltliche Gerichtsbarkeit auch
in der Kirche durchzusetzen wollte. Nachdem Heinrichs kirchlicher Gegenspieler
Thomas Becket ermordet worden
war und 1173 heilig gesprochen wurde, musste Heinrich die Constitutions wieder
aufheben, sich 1174 in der Kathedrale in Canterbury
der Geißelbuße unterziehen und eine ganze Nacht am Grab Beckets auf
den Knien liegen.
Alexander besorgte sich als erster der Päpste über das Aufblühen der Katharer, seine Aufrufe zum Kreuzzug hatten aber wenig Erfolg.
Alexander III. kam 1178 wieder nach Rom. Als Lehre aus den Geschehnissen bei seiner Wahl und zur Verhütung künftiger Spaltungen ließ er 1179 das 3. Konzil im Lateran einberufen und die Zwei-Drittel-Mehrheit als Quorum für die Papstwahl beschließen. Bald darauf vertrieb die papstfeindliche Stimmung in Rom Alexander aufs neue. Obwohl es ihm 1180 gelang, den vierten Gegenpapst, Innozenz III., durch Bestechung seiner Anhänger in seine Gewalt zu bringen und im Kloster La Cava - dem heutigen Cava de' Tirreni bei Salerno - einzusperren, konnte er nicht nach Rom zurückkehren und starb im Exil. Seine Gebeine wurden nach Rom überführt, aber das Volk zerstörte sein Grab.
Alexander III. war einer der bedeutendsten Päpste des Mittelalters. Als Jurist legte er den Grund zur neuen Form der Gesetzgebung des Vatikans durch Dekrete, die universal für die ganze katholische Kirche zu gelten haben - darunter die Bestimmung, dass nur der Vatikan das Recht zur Heiligsprechung habe; damit entmachtete er gleichzeitig den Konzilsprozess. Als Staatsmann sicherte er die Rechte der Kirche gegen den Kaiser.
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