Gedenktag katholisch: 2. Februar
Name bedeutet: von Elfen / Naturgeistern beraten (altenglisch - althochdt.)
Alfred Delp
Alfred Delp, Sohn einer katholischen Mutter und eines evangelischen Vaters,
wurde katholisch getauft. Nach der Hochzeit der Eltern wurde er evangelisch
erzogen, besuchte die evangelische Volksschule und wurde konfirmiert, nach einer
Auseinandersetzung mit dem evangelischen Pfarrer aber auch noch zur
Erstkommunion zugelassen und gefirmt. Er wurde dann durch die katholische
Jugendbewegung Bund Neudeutschland
geprägt und trat gleich nach dem Abitur
1926 in den Jesuitenorden ein, wo seine
intellektuelle Begabung und Belesenheit geschätzt, seine protestantischen
Neigungen aber kristisiert wurden. Er studierte Theologie und Philosophie und
promovierte mit einer Arbeit über Martin Heidegger. Als Erzieher und Lehrer
wirkte er dann am Kolleg St.
Blasien im Schwarzwald.
Schon früh setzte Alfred Delp mit dem Nationalsozialismus auseinander. 1937
wurde er zum Priester geweiht, wirkte als Arbeiterseelsorger und als Journalist
bei der der von Jesuiten herausgegebenen
Monatszeitschrift Stimmen der Zeit
, die 1939 verboten wurde, und war dann als
Seelsorger in München-Bogenhausen
tätig. Seine kritischen Predigten wurden geschätzt; die Unvereinbarkeit von
Christentum und Nationalsozialismus war ihm unverkennbar: Wo Konflikt ist, muss
gefochten werden, ohne Kompromiss und Feigheit
. Delp setzte sich aktiv für
verfolgte Juden ein. 1941 begegnete er in Berlin
Helmuth James Graf von Moltke, der ihn für seinen Kreisauer Kreis
gewann, wo
er als Experte für Gesellschaft und Wirtschaft des von diesem Kreis geplanten
deutschen Staates nach dem Ende der Nazi-Diktatur fungierte. Der Kreisauer
Kreis
stand im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, nach Graf von
Stauffenbergs Attentat vom 20 Juli 1944 flog der Kreis auf, seine Mitglieder
wurden verhaftet; Delp wurde am 28. Juli festgenommen und nach Berlin in die
Strafanstalt
Tegel gebracht. Dort wurde er schwer misshandelt und gefoltert. Der
Herrgott holt uns von allen Postamenten herunter
kritzelte er gequält und
verzweifelt mit gebundenen Händen auf einen Zettel.
Alfred Delp
Im Januar 1945 begann vor dem Volksgerichtshof unter Roland Freisler der Prozess wegen Hochverrats, Alfred Delp wurde zum Tod verurteilt und im Gefängnis in Berlin-Plötzensee erhängt. Seine Asche wurde auf Feldern verstreut, die Veröffentlichung einer Todesanzeige verboten.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Andere sollen glücklicher leben, weil wir gestorben sind. Stuttgarter Zeitung, 13. September 2007