Ökumenisches Heiligenlexikon

Alvárus von Zamora
spanischer Name: Alvárez
auch: von Córdoba

Gedenktag katholisch: 19. Februar
nicht gebotener Gedenktag im Dominikanerorden

Name bedeutet: der ganze Wärter (althochdt. - spanisch)

Ordensmann, Priester
* um 1350 in Lissabon in Portugal oder in Córdoba in Spanien
† um 1430 im Kloster Scala Coeli in Castro del Río bei Córdoba in Spanien

Kartenskizze Kartenskizze

Alvárus trat um 1368 in Córdoba in den Dominikanerorden ein. In Andalusien und Italien wirkte er als reisender Prediger ähnlich seinem Zeitgenossen und Vorbild Vinzenz Ferrer. in Castro del Río nahe Córdoba gründete er den Konvent Scala Coeli, der ein Mittelpunkt der dominikanischen Reformen in Spanien wurde. Nach einer Wallfahrt ins Heilige Land rief er zum Kreuzzug auf. Als Seelenführer und politischer Ratgeber hatte er großen Einfluss auf Königin Katharina, auch an der Erziehung des jungen Königs Johannes II. war er maßgeblich beteiligt, am Hof setzte er Reformen durch. In Córdoba gründete er den Konvent Escalaceli, Himmelsleiter, der ein Zentrum der Frömmigkeit und Ausbildung des Ordens wurde. Im Garten des Hauses errichtete er ein Oratorium mit Bildern des Heiligen Landes und aus der Passionsgeschichte - diese Einrichtung war ein Vorläufer der heutigen Kreuzwege.

Auf seiner Reise ins Heilige Land lernte Alvarus die Stätten des Leidens Christi und besonders die Via dolorosa in Jerusalem kennen. Davon beeindruckt, errichtete er in seinem Konvent Scala Coeli in Castro del Río eine Reihe von Kapellen, in denen jeweils eine Begebenheit aus dem Leiden Christi dargestellt wurde. Er gehört damit zu den ersten Förderern der Kreuzwegandacht im Abendland.

Eine Menge von Wundergeschichten werden Alvárus zugeschrieben: So haben Engel beim Bau von Scala Coeli in Castro del Río geholfen, indem sie nachts die Baumaterialien herbei schafften. Als die Speisekammer eines Tages nur noch einen einzigen Kopfsalat zu bieten hatte, lud Alvárus die Brüder zu Tisch, sprach das Dankgebet und sandte den Tischdiener an die Tür, wo ein Fremder gerade mit einem ganzen Eselskarren voller Lebensmittel ankam. Einmal fand er auf der Straße einen Bettler, der im Sterben lag; er wickelte ihn in seinen Matel und trug ihn nach Escalaceli; als er den Mantel öffnete, fand er ein Kruzifix, das bis heute in Escalaceli hängt. Die Glocke in der Kapelle, in der Alvárus' Reliquien liegen, läutet bis heute selbsttätig kurz bevor jemand im Haus stirbt. Mehrfach sollten seine Reliquien nach Córdoba gebracht werden, aber jedes Mal verhinderte ein starker Sturm den Abtransport.

Kanonisation: Alvárus' Verehrung wurde am 22. September 1741 von Papst Benedikt XIV. bestätigt.


Quellen:

• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XIV, Herzberg 1998
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