Ökumenisches Heiligenlexikon

Anastasia von Rom
orthodoxer Beiname: die Fessellöserin

Gedenktag katholisch: 25. Dezember
bedacht im EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I
und im Ambrosiusianischen Hochgebet I

Gedenktag orthodox: 22. Dezember

Gedenktag armenisch: 22. Dezember

Gedenktag koptisch: 22. Dezember

Name bedeutet: die Auferstandene (griech.)

Märtyrerin
* Mitte des 3. Jahrhunderts in Rom (?)
† 25. Dezember 304 in Sirmium, heute Sremska Mitrovica in Serbien

Kartenskizze Kartenskizze

Anastasia, nach mancher Überlieferung die Schwester von Kaiser Konstantin, wurde der Legende nach von Chrysogonus bekehrt, als ihre Mutter gestorben war. Gegen ihren Willen wurde sie einem heidnischen Mann vermählt, entzog sich ihm und widmete sich, zusammen mit ihrer Magd, der Betreuung gefangener Christen.

Nach dem Tod ihres Mannes kam der Hausherr und sperrte Anastasia mit ihren drei Mägden in eine Küche. In der Dunkelheit drang er ein, fiel in Wahn, küsste und umarmte Kessel, Kübel und Pfannen, bis er - erschöpft, rußgeschwärzt und mit zerfetzten Kleidern, deshalb von seinen eigenen Leuten nicht erkannt - als Narr geschlagen und mit Schmutz beworfen wurde. Zur Rache wollte er den Mägden öffentlich die Kleider abreißen, aber sie klebten fest. Da ließ er die Mägde tot schlagen und Anastasia einkerkern. Sie wies alle Anfechtungen ab und wurde schließlich mit 200 Jungfrauen auf eine einsame Insel verbannt; sie aber bekehrte alle, worauf sie noch vor ihr getötet wurden.

Andere Überlieferung berichten, Anastasia sei Chrysogonus gefolgt, als der als Gefangener nach Aquileia gebracht wurde. Selbst gefangen genommen und nach Sirmium - dem heutigen Sremska Mitrovica - gebracht, wurde sie gefoltert, auf einem Schiffswrack gefesselt und auf dem Fluss Save treiben lassen; das Wrack aber versank nicht, worauf man sie auf dem Scheiterhaufen verbrannte.

Die romanhafte Passio latina aus dem 5./6. Jahrhundert und andere Legenden lokalisieren Anastasia teilweise in Rom, teilweise in Sizilien.

Byzantinische Ikone, 15. Jahrhundert

Byzantinische Ikone, 15. Jahrhundert

Anastasias Grab war in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul. Im 4. Jahrhundert wurde ihr Todestag Festtag im römischen Kirchenjahr: das war die Geburtsstunde des Festtages, der heute das Weihnachtsfest ist. Anastasia, die tatsächlich eine Schwester von Kaiser Konstantin war, stiftete im 4. Jahrhundert die Kirche auf dem Palatin in Rom, die später S. Anastasia benannt wurde und die Reliquien ihrer Namensschwester barg; andere befinden sich in Verona, Zadar und seit 1053 in Benediktbeuren, wo es im Mittealter eine große Anastasia-Wallfahrt gab. Im Mittelalter war Anastasia eine der am meisten verehrten Heiligen.

Attribute: Schere, Salbgefäß/Vase, auf Scheiterhaufen oder an Pfahl gebunden
Patronin der Pressezensur, bei Kopf- und Brustkrankheiten, bei Seelennöten

Legenda Aurea: Anastasia

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.newadvent.org/cathen/01453a.htm
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