Ökumenisches Heiligenlexikon

Anastasius von Ungarn
Taufname: Ascherich
ungarischer Taufname: Asztrik, Astrik, Astericus, Astricus, Ascrick
oder: Radla

Gedenktag katholisch: 12. November

Name bedeutet: An: der Auferstandene (griech.)

erster Abt in Pannonhalma
oder erster Abt in Břevnov, in Meseritz und in Pécsvárad,
erster Erzbischof von Esztergom

* in Deutschland oder in Burgund in Frankreich oder in Böhmen in Tschechien
† 12. November 1036 oder 1039

Ascherich war ein Schüler von Adalbert von Prag, der den Ordensnamen Anastasius erhielt. 997 wurde er der erste Abt des Klosters auf dem Martinsberg / Pannonhalma bei Győr, dem heiligen Berg Ungarns; dieses Amt hatte er bis 1006 inne.

Nach anderer Überlieferung ist der spätere Anastasius identisch mit dem Lehrer des Adalbert von Prag, dem aus böhmischem Adelsgeschlecht stammenden Radla, der an der Domschule in Magdeburg unterrichtete. Demnach ging Radla ins Benediktinerkloster SS. Bonifacio e Alessio nach Rom und nahm den Ordensnamen Anastasius an. Um 992 begleitet er demnach Adalbert nach Böhmen, wo er dann ab 993 als erster Abt in Břevnov wirkte; nach der Gründungsurkunde hatte er von Papst Johannes XV. dafür bischöfliche Würdezeichen verliehen bekommen. Nachdem 995 die Přemysliden-Dynastie endgültig gesiegt hatte, flüchteten die Mönche in das ebenfalls von Adalbert neu gegründete Kloster in Meseritz - dem heutigen Międzyrzecz - in Polen, wo Anastasius ab 996 wieder der erster Abt war. Nun erhielt er die Bischofsweihe und sogar das Pallium eines Erzbischofs.

Vilmos Aba-Novák: Papst Silvester II. übergibt Abt Asztrik die „Stephanskrone”, 1938, Ungarische Nationalgalerie in Budapest

Vilmos Aba-Novák: Papst Silvester II. übergibt Abt Asztrik die Stephanskrone, 1938, Ungarische Nationalgalerie in Budapest

Jedenfalls hatte Anastasius schon um 1000 intensive Kontakte zum späteren ungarischen König Stephan I.; Im Jahr 1000 reiste er im Auftrag von Adalbert von Prag nach Rom, um die Zustimmung von Papst Silvester II. zur Krönung Stephans als König von Ungarn einzuholen; ihm brachte er als Gabe des Papstes die Stephanskrone mit. * Auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Ravenna im Jahr 1001 war er beteiligt an den Entscheidungen zur Kirchenorganisation und Errichtung der Bistümer in Ungarn.

Dass Anastasius 1001 das Amt des ersten Abtes im neuen Kloster Pécsvárad, übernahm, ist inzwischen widerlegt, die diesbezügliche Urkunde als Fälschung erwiesen. Auch dass er bei der Errichtung der ungarischen Diözesen Erzbischof von Kalocsa geworden sei ist falsch, die Überlieferung beruht auch hier auf der gefälschten Urkunde von Pécsvárad und auf einer interpolierten Stelle in Hartwigs Stephansvita.

1006 wurde Anstasius zum Erzbischof von Gran / Esztergom ernannt. 1007 nahm er an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Frankfurt teil, 1012 an der Weihe des Domes in Bamberg.

Die Identität von Ascherich mit Anastasius wird von von Bischof Hartwig von Passau in seiner um 1100 entstandenen Lebensgeschichte über Stephan ausdrücklich betont. Dass Radla mit Anastasius identisch sein soll, wird des öfteren bezweifelt.

* Die Einigkeit der bisherigen Forschung, dass Anastasius in Rom die Königskrone für Stephan I. holte, wird neuerdings in Frage gestellt. Die Krone sei nicht durch den Papst, sondern durch den Kaiser verliehen worden, die Romfahrt sei eine Erfindung von Bischof Hartwig. Das päpstliche Dokument hierzu wurde schon im 18. Jahrhundert als Fälschung erkannt - vgl. J.F. Böhmer, Regesta Imperii II, Papstregesten 911 - 1024, bearb. von Harald Zimmermann, Böhlau, Wien, Köln, Weimar 1998.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• http://de.wikipedia.org/wiki/Astrik nach: P. Preiss, V. Vilímková: Ve znamení břevna a růží, Prag 1989
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• http://www.deutsche-biographie.de/sfz1439.html