Gedenktag katholisch: 12. November
Name bedeutet: An: der Auferstandene (griech.)
Gemälde: Erzbischof Asztrik, 18. Jahrhundert, im Archiv der Erzdiözese Kalocsa

Ascherich war ein Schüler von Adalbert von Prag,
der den Ordensnamen Anastasius erhielt. 997 wurde er der erste Abt des Klosters
auf dem Martinsberg / Pannonhalma
bei Győr, dem heiligen Berg
Ungarns; dieses Amt hatte er bis 1006 inne.
Nach anderer Überlieferung ist der spätere Anastasius identisch mit dem Lehrer des Adalbert von Prag, dem aus böhmischem Adelsgeschlecht stammenden Radla, der an der Domschule in Magdeburg unterrichtete. Demnach ging Radla ins Benediktinerkloster SS. Bonifacio e Alessio nach Rom und nahm den Ordensnamen Anastasius an. Um 992 begleitet er demnach Adalbert nach Böhmen, wo er dann ab 993 als erster Abt in Břevnov wirkte; nach der Gründungsurkunde hatte er von Papst Johannes XV. dafür bischöfliche Würdezeichen verliehen bekommen. Nachdem 995 die Přemysliden-Dynastie endgültig gesiegt hatte, flüchteten die Mönche in das ebenfalls von Adalbert neu gegründete Kloster in Meseritz - dem heutigen Międzyrzecz - in Polen, wo Anastasius ab 996 wieder der erster Abt war. Nun erhielt er die Bischofsweihe und sogar das Pallium eines Erzbischofs.
Vilmos Aba-Novák: Papst Silvester II. übergibt Abt Asztrik die Stephanskrone
, 1938,
Ungarische Nationalgalerie in Budapest

Jedenfalls hatte Anastasius schon um 1000 intensive Kontakte zum späteren ungarischen
König Stephan I.; Im Jahr 1000
reiste er im Auftrag von Adalbert von Prag nach
Rom,
um die Zustimmung von Papst Silvester II. zur Krönung Stephans als König von Ungarn
einzuholen; ihm brachte er als Gabe des Papstes die Stephanskrone
mit. *
Auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
in Ravenna
im Jahr 1001 war er beteiligt an den Entscheidungen zur Kirchenorganisation und
Errichtung der Bistümer in Ungarn.
Dass Anastasius 1001 das Amt des ersten Abtes im neuen Kloster Pécsvárad, übernahm, ist inzwischen widerlegt, die diesbezügliche Urkunde als Fälschung erwiesen. Auch dass er bei der Errichtung der ungarischen Diözesen Erzbischof von Kalocsa geworden sei ist falsch, die Überlieferung beruht auch hier auf der gefälschten Urkunde von Pécsvárad und auf einer interpolierten Stelle in Hartwigs Stephansvita.
1006 wurde Anstasius zum Erzbischof von Gran / Esztergom ernannt. 1007 nahm er an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Frankfurt teil, 1012 an der Weihe des Domes in Bamberg.
Die Identität von Ascherich mit Anastasius wird von von Bischof Hartwig von Passau in seiner um 1100 entstandenen Lebensgeschichte über Stephan ausdrücklich betont. Dass Radla mit Anastasius identisch sein soll, wird des öfteren bezweifelt.
* Die Einigkeit der bisherigen Forschung, dass Anastasius in Rom die Königskrone für Stephan I. holte, wird neuerdings in Frage gestellt. Die Krone sei nicht durch den Papst, sondern durch den Kaiser verliehen worden, die Romfahrt sei eine Erfindung von Bischof Hartwig. Das päpstliche Dokument hierzu wurde schon im 18. Jahrhundert als Fälschung erkannt - vgl. J.F. Böhmer, Regesta Imperii II, Papstregesten 911 - 1024, bearb. von Harald Zimmermann, Böhlau, Wien, Köln, Weimar 1998.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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