Gedenktag katholisch: 26. Juni
Name bedeutet: A: der Mannhafte (griech.)
H: die Hyazinthe (griech.)
Hyazint war in der griech. Mythologie der Geliebte des Apoll; als er
getötet wurde, wuchs aus seinem Blut die nach ihm benannte Blume.
B: von guter Zukunft (latein.)
Bischof Longhin (Mitte, mit Stock) vor seinem Geburtshaus in Fiumicello

Giacinto Bonaventura Longhin war der einzige Sohn von armen und frommen Bauersleuten, die auf Pachtland wirtschaften mussten. Gegen den Willen seines Vaters trat er 1879 unter den Namen Andreas von Campodarsego in Bassano del Grappa dem Kapuzinerorden bei. 1886 wurde zum Priester geweiht. 18 Jahren wirkte er dann als Lehrer und geistiger Führer der jungen Ordensleute. 1902 wurde er zum Minister der Ordensprovinz Venedig ernannt, wo Kardinal Giuseppe Sarto - dem späteren Papst Pius X. auf ihn aufmerksam wurde. Der ernannte ihn 1904 zum Bischof von Treviso.
Bischof Longhin (Mitte) mit den Lehrern und Schülern des Seminars der
Diözese Treviso
1911 
Als Bischof erlebte Andreas Hyanzinth Longhin die Jahre der sozialen
und politischen Kämpfe zwischen Säkularen und Katholiken, die Auseinandersetzungen
zwischen dem Kongress und dem Diözesan-Sekretariat der Arbeit, Konflikte zwischen
Priestern und Laien über die Frage von deren Einbeziehung und schließlich
die Anschuldigungen des Modernismus
durch die Enzyklika Pius X.' Pascendi
Dominici Gregis
, die Herde des Herrn weiden
, von 1907, der Zusammenfassung
aller Irrlehren
der Moderne. Als Bischof unterstütze Longhin den
antimodernistischen Kampf von Pius X.: er reiste fünf Jahre lang von
Gemeinde zu Gemeinde, um zu predigen und seine Gemeindeglieder und Geistlichen
von seinen Reformen zu überzeugen. Er reformierte das Priesterseminar, förderte
Exerzitien für den KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.,
ermutigte Ordensgemeinschaften in seinem Bistum
Niederlassungen zu errichten - deren Zahl stieg in seiner Zeit von 17 auf 36
in der Diözese Treviso
-, arbeitete mit Laiengruppen in der katholischen Sozialbewegung und unterstützte
das Recht der Arbeitnehmer, sich in der Kirche zu organisieren.
Statue in der Kathedrale
in Treviso 
Während der Luft-und Bodenangriffen, die Treviso im Ersten Weltkrieg zerstörten, blieb Bischof Longhin auf seinem Posten. Seine Priestern bat er, Flüchtlingen zu helfen, auch wenn sie dafür ihre Gemeinden verlassen mussten. Longhin organisierte Hilfe für die Soldaten, die Verwundeten, die Kranken und Armen. Weil er sich mit keiner der Kriegsparteien verbünden wollte, wurde er mit mehreren seiner Priester ins Gefängnis geworfen. Nach seiner Entlassung kümmerte er sich um den Wiederaufbau in der Stadt und in den zerstörten 47 Gemeinden, wofür ihm ein Verdienstkreuz verliehen wurde. Nach dem Krieg bemühte er sich, die katholische Sozialbewegung als kirchliche Bewegung zu stärken: er bestand auf Gewaltlosigkeit und Treue zur Kirche; dies brachte ihn in Konflikt mit der wachsenden faschistischen Bewegung. 1920 unterstützte er eine christliche Gewerkschaftsbewegung.
Papst Pius X. ernannte Andreas Hyanzinth Longhin 1923 zum Apostolischen Visitator in Padua und 1927 in Udine, um die Einheit zwischen den kritischen Priestern und den Bischöfen jener Diözesen wieder herzustellen.
Bild des Vatikan zur Seligsprechung

Im Oktober 1935 erlitt Longhin am Ende eines pastoralen Besuches in Salzano eine Hirnblutung, verlor sein Augenlicht und war gelähmt; nach fast einem halben Jahr des Leidens starb er. Sein Grab befindet sich in der Kathedrale in Treviso.
Kanonisation:
Andreas Hyanzinth Longhin wurde am 20. Oktober 2002 durch Papst Johannes
Paul II. seliggesprochen.
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