Ökumenisches Heiligenlexikon

Angela von Foligno

Gedenktag katholisch: 4. Januar
     nicht gebotener Gedenktag im Orden der Franziskaner-Minoriten
Name bedeutet: die Engelin (griech. - latein.)
Terziarin, Mystikerin
* 1248 in Foligno in Italien
† 4. Januar 1309 daselbst
Kartenskizze

Glassarg der Angela in der Chiesa S. Francesco in Foligno

Glassarg der Angela in der Chiesa S. Francesco in Foligno   

Angela, wohl aus einer begĂŒterten und adeligen Familie stammend, verlor schon als Kind ihren Vater und wurde dann bald verheiratet und Mutter mehrerer Kinder. Sie wird als willensstark, hochintelligent und von großer Innerlichkeit beschrieben, zugleich weltlichen Freuden und öffentlicher Anerkennung zugeneigt. Nach mehreren Versuchen, ihr Leben zu Ă€ndern, erlebte sie um 1285 ihre Bekehrung, begleitet von ihrem Verwandten, dem Franziskaner Arnaldo, ihrem spĂ€teren geistlichen FĂŒhrer.

Angelas Bußpraktiken und Entbehrungen wurden mit Offenbarungen, Visionen und Gnadengaben belohnt, wie es sie seit Jahrhunderten nicht mehr gegeben hatte. 1291 wurde sie Franziskaner-Terziarin und blieb dies auch nach dem Tod aller ihrer Angehörigen. Sie verkaufte ihren Besitz und lebte nun in Armut und Buße. Ihre vielen SchĂŒler und AnhĂ€nger versammelte sie nun in dem von ihr nach 1285 gegrĂŒndeten Cenacolo, Abendmahlssaal im Franziskanerkloster unweit ihres Hauses, wo sich MĂ€nner und Frauen, Geistliche und Laien versammelten, um Wege des fortschrittlichen religiösen Lebens und des sozialen Engagements zu beschreiten. Sie selbst widmete sich intensiv caritativer TĂ€tigkeit, besonders die Pflege von AussĂ€tzigen war ihr wichtig.

Immer mehr wurden Angela nun mystische Erlebnisse und Gnadenbeweise zuteil. Ihre Visionen wurden von Fra Arnaldo im Liber de vera fidelium experientia, dem Buch von der wahren Glaubenserfahrung aufgezeichnet, von der Kirche geprĂŒft und bestĂ€tigt. Angela schildert mystisches Erleben, das sich immer mehr Christus nĂ€hert, bis die Seele sich mit ihm in Liebe und Schmerz vereint und die Erfahrung Gottes als Ognibene, als höchste Vollendung, ermöglicht.

Angela nahm dann im religiösen Leben ihrer Zeit eine bedeutende Stellung ein. Krankheiten und Schmerzen trug sie geduldig.

Kanonisation: Angela wurde von Papst Innozenz XII. 1693 seliggesprochen.
Attribute: mit Satan an der Kette

Papst Johannes Paul II. bei Angela von Foligno

Stadlers VollstÀndiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Statue in der Chiesa S. Francesco in Foligno

Statue in der Chiesa S. Francesco in Foligno   

Angela erhÀlt die himmlische Eucharistie, Bild, 17. Jahrhundert, in der Chiesa di San Giacomo in Foligno

Angela erhĂ€lt die himmlische EucharistieEucharistie - von griechisch „ΔυχαρÎčστΔÎčΜ, Dank sagen” - vergegenwĂ€rtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23., Bild, 17. Jahrhundert, in der Chiesa di San Giacomo in Foligno   


Quellen:
‱ Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, MĂŒnchen 2001
‱ Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
‱ Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
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