Ökumenisches Heiligenlexikon

Angilibert
auch: Engelbert

Gedenktag katholisch: 18. Februar

Name bedeutet: wie ein Engel glänzend (latein. - althochdt.)

Laienabt in St-Riquier, Dichter
* um 750
† 814 in Centula, heute St-Riquier in der Picardie in Frankreich

Kartenskizze

Angilibert war Franke vornehmer Abstammung und an der Hofschule durch Petrus von Pisa, Paulinus von Aquileia und Alkuin unterrichtet worden. Er hatte Staatsämter und war Hofdichter bei Karl dem Großen; Karls Tochter Bertha war seine Geliebte, aus der Verbindung stammten die Söhne Nithard und Hartnit.

790 wurde Angilibert als Laie Abt im Benediktinerkloster Centula - dem heutigen St-Riquier -. Er vermehrte die Bibliothek auf 202 Bände und ließ die bedeutende Kirchenanlage errichten. Als Gesandter von König Karl besuchte er 792 Papst Hadrian I. zur Klärung der Fragen um den Adoptianismus und 794 zur Überreichung der Libri Carolini, der in Karls Auftrag verfassten Denkschrift zum Thema der Ikonenverehrung. 796 überbrachte er Papst Leo III. einen Teil der Beute aus dem Sieg über die Avaren und einen Brief des Karls über die Gewaltenteilung zwischen Papst und Frankenkönig. In Gedichten pries er Karl und seinen Hof; er dichtete Inschriften, auch Grabinschriften, darunter seine eigene. Auf dem Totenbett bereute er seine Fehltritte mit Karls Tochter, worauf sein Leichnam jahrelang unverwest blieb.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.newadvent.org/cathen/01490b.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
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