Ökumenisches Heiligenlexikon

Anianus (Aignan) von Orléans

Gedenktag katholisch: 17. November
     Übertragung der Gebeine: 14. Juni
Name bedeutet: der Gequälte (griech. - latein.)
Bischof von Orléans
* in Vienne (?) in Frankreich
† um 453
Kartenskizze

Anianus lebte einer der drei überlieferten Lebensgeschichten nach zunächst als Einsiedler in seiner Heimat. Sicher ist, dass er Bischof von Aurelianum, dem heutigen Orléans, wurde und sich 451 große Verdienste erwarb bei der Verteidigiung der Stadt gegen die Angriffe der Hunnen unter Attila, was Dank seines Mutes und mit Hilfe einer von Anianus herbeigerufenen römischen Armee schließlich erfolgreich gelang.

Die Verehrung von Anianus wurde im Mittelalter von französischen Königen gefördert, Überführungen seiner Reliquien wurden auf Veranlassung von König Roberts II. dem Frommen 1029 und von König Ludwig dem Heiligen 1259 vorgenommen. Die Verehrung des Verteidigers von Orléans wurde besonders im Hundertjährigen Krieg nach der Befreiung der Stadt durch Jeanne d'Arc 1429 und im Krieg von 1870 gepflegt und verbreitete sich über ganz Frankreich.

Anianus' Reliquien wurden 1562 von den Protestanten zerstreut.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon





Quellen:
• http://www.catholic.org/saints/saint.php?saint_id=1413
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000


W3C