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Albrecht DĂĽrer: Anna mit ihrer Tochter Maria
und dem Jesuskind - diese
verbreitete Form der Darstellung nennt sich auch Anna selbdritt
; 1519,
Metropolitan Museum of Art in New
York 
Anna und Joachim waren nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jahrhunderts - erstmals im Protoevangelium des Jakobus um 150 - die Eltern der Maria und somit die Großeltern von Jesus. Die legendäre Lebensgeschichte ist dem alttestamentlichen Vorbild von == Hanna und ihrem Sohn Samuel (1. Samuel 1 - 2) nachgezeichnet: erst nach zwanzigjähriger kinderlose Ehe gebar Anna die Maria. Nach der Legenda Aurea hatte die betagte Anna nach Joachims Tod noch zwei weitere Ehemänner, deren Namen mit Kleophas und Salomas überliefert werden; daraus entstand die Überlieferung von der Heiligen Sippe.
Griechisches Mosaik in der Kirche Nea Moni auf Chios
in Griechenland, 11. Jahrhundert 
Anna und Joachim wurden mit reicher Ausgestaltung in den Legenden schon in frühchristlicher Zeit dargestellt, seit dem 6. Jahrhundert wird Anna als Marias Mutter verehrt. Der Anna-Kult erreichte in Europa im späten Mittelalter seinen Höhepunkt, als 1481 Papst Sixtus IV. den Gedenktag der Anna in den römischen Kalender aufnahm; 1584 bestimmte Papst Gregor XIII. ihren Festtag. Seit 1500 liegt das angebliche Haupt von von Anna in Düren, weitere Reliquien liegen in Wien und anderen Städten. Wallfahrten gab es in Annaberg in Niederösterreich, insgesamt in fast 100 größeren und kleineren Orten im deutschen Sprachgebiet; dazu in Nantes und Sainte-Anne-d'Auray in Frankreich; auch in Kanada ist die Verehrung von Anna weit verbreitet und beliebt. Der Annaberg in Sachsen bei Annaberg und der Annaberg in Schlesien - beim heutigen Góra Świętej Anny - sind auch heute noch Zentren des Annakultes.
Tilman Riemenschneider: Anna mit ihren drei Ehemännern, um 1510, im Bode-Museum, Staatliche Museen in Berlin
Anna ist Schutzpatronin gegen Gewitter. Um den Annatag herum beginnen die
sommerlichen Hundstage, die bis in den August hinein andauern; diese Jahreszeit
wird durch den Aufgang des Hundssterns
, des Sirius im Sternbild des groĂźen
Hundes bestimmt und zeichnet sich durch groĂźe Hitze und die damit einhergehenden
Gewitter aus. Selbst Martin
Luther soll erklärt haben: Sankt Anna war mein Abgott
und rief die Heilige
auf seiner Wanderung bei Stotternheim zum Schutz vor Blitz und Donner an.
Patronin
von Florenz,
Innsbruck,
Neapel,
der Bretagne;
der MĂĽtter und der Ehe, der Hausfrauen, Hausangestellten, Ammen, Witwen, Armen, Arbeiterinnen,
Bergleute, Weber, Schneider, Strumpfwirker, Spitzenklöppler, Knechte, Müller, Krämer,
Schiffer, Seiler, Tischler, Drechsler, Goldschmiede; der Bergwerke; fĂĽr eine glĂĽckliche
Heirat, fĂĽr Kindersegen und glĂĽckliche Geburt, fĂĽr Wiederauffinden verlorener
Sachen und Regen; gegen Gicht, Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen, Gewitter
Giotto di Bondone: Szenen aus dem Leben des Joachim,
1304 - 1306, Fresko in der Cappella Scrovegni in Padua

Bauernregeln:
Wenn am Annatag die Ameisen aufwerfen, so soll ein strenger Winter folgen.
St. Anna klar und rein / wird bald das Korn geborgen sein.
Anna warm und trocken, / macht den Bauer frohlocken.
Um St. Ann / fangen die kĂĽhlen Morgen an.
Ist St. Anna erst vorbei / kommt der Morgen kĂĽhl herbei.
Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RGGÂł)
Die
Erzählung aus dem
Protevangelium des Jakobus gibt es online.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Francisco de Zurbarán: Anna und Joachim
links, Maria und Joseph
rechts, das Jesuskind in der
Mitte erhält Rosen gebracht. Um 1655, Sammlung der Marqués de Perinat in Madrid
