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Anno mit Modellen der von ihm gegründeten Klöster. Abbildung aus der Darmstädter
Anno-Vita, um 1180 im Kloster Siegburg,
heute in der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek in Darmstadt 
Anno stammte aus schwäbischem Adel, ging in Bamberg in die Klosterschule, wurde dort Domschulmeister und nach 1046 als Hofkaplan an den Hof von Kaiser Heinrich III. berufen, den er auf seinen Ungarnfeldzügen von 1051 und 1052 begleitete. 1054 wurde er Stiftspropst in Goslar. 1056 bestimmte der Kaiser ihn - gegen seinen Willen - zum Erzbischof von Köln. Damit war er auch Erzkanzler für Italien und 1057 sowie 1063 - 1067 Erzkanzler der römischen Kirche. Anno wurde einer der größten Erzbischöfe der Stadt. Er soll in seiner Amtszeit alle Gemeinden seines Bistums besucht haben, sorgte sich um Arme, gründete ein Krankenhaus und das Benediktinerkloster Siegburg nach der Abtretung des Siegberges 1059 durch den von Anno besiegten Pfalzgrafen Heinrich.
Nach dem frühen Tod von Kaiser Heinrich III. 1056 führte seine Witwe, Agnes von Poitou, für den noch nicht sechs Jahre alten Heinrich IV. die Regierung; sie erwies sich dieser Aufgabe nicht gewachsen, eine Verschwörung der Fürsten wollte sie entfernen, Anno führte diese Bewegung an. Er brachte 1062 durch einen Überfall in Kaiserswerth bei Düsseldorf Heinrich IV. und die Reichsinsignien in seine Gewalt, um ihn dem Einfluss seiner Mutter zu entziehen, und übernahm selbst die Herrschaft über das Reich.
Eine - nicht bekannte - Maßregelung Annos und anderer deutscher Bischöfe durch Papst Nikolaus II. führte 1060/61 zum Bruch mit Rom: 1061 wurde deshalb der neue Papst Alexander II. ohne Zustimmung des Königsvertreters gewählt, was ein Verstoß gegen das Ostern 1059 auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Rom erlassene Dekret bedeutete, das die Mitwirkung an der Papstwahl zugestand. Eine Versammlung geistlicher und weltlicher Fürsten aus dem deutschen Hof und dem deutschen und oberitalienischen Episkopat rief nun Cadalus von Parma unter dem Namen Honorius II. zum (Gegen-)Papst Honorius II. aus. Anno erkannte, dass es keinen anderen Ausweg gab, als durch die Anerkennung des Reformpapstes Alexander unter klarer Wahrung der Reichsautorität vom Schisma loszukommen. SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Augsburg 1062 und in Mantua 1064 beendeten unter Annos maßgeblichem Einfluss das Schisma.
Denar mit Anno II., Münze des Erzbistums Köln aus den Jahren 1056 - 1075
1063 wurde Anno von Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen,
der auf den jungen König starken Einfluss gewann, weitgehend aus den
Reichsgeschäften verdrängt. Auch Adalberts Verweis vom Hof im Jahr 1066
durch den Reichstag in Trebur
hatte keinen politischen Wiederaufstieg Annos zur Folge, der sich nun
verstärkt seinen kirchlichen Geschäften widmete. Aus dem Erbe der
Richeza konnte 1063
Saalfeld
und Coburg
mitsamt dem Orlagau übernommen und in Saalfeld ein Benediktinerkloster
errichtet werden. Für seine Stifte Mariengraden (Maria ad gradus
, Maria
zu den Treppen
) und St. Georg in Köln
gewann er den reichen Besitz um Klotten
im Moselraum; auf dem eroberten Siegberg gründete er um 1065 das Kloster Siegburg.
1065 übertrug ihm der König die Eigenherrschaft über Malmedy,
Kornelimünster
bei Aachen und Vilich
- dem heutigen Stadtteil von Bonn. Anno weihte in Köln 1065 die Kirche
St. Maria im Kapitol und 1069 die Kirche St. Gereon.
Auch Annos Verhältnis zum Papst blieb nicht ungetrübt. Weil er 1068 auf der Reise nach Rom mit Gegenpapst Honorius II. zusammentraf - wohl um ihn zum Verzicht zu bewegen -, wurde er von Papst Alexander II. erst empfangen, nachdem er schwere Bußübungen auf sich genommen hatte.
Anfang 1070 ging er wieder in offizieller Mission nach Rom, um über die - nicht ohne Verschulden des Königs - einreißenden Missstände in der deutschen Kirche zu beraten. Auf der Rückkehr aus Rom lernte er in Fruttuaria in Oberitalien eine Klosterobservanz nach den Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden. kennen; er führte die Reformen rasch und gegen heftige Widerstände in seinen Klöstern Siegburg, St. Pantaleon in Köln, Saalfeld und Grafschaft - heute Ortsteil von Schmallenberg - im Sauerland ein; v. a. Siegburg wurde ein weit ausstrahlendes Zentrum der Reformen, denen Anno so den Weg ins Reich geebnet hat. 1072 wurde er - anscheinend als Leiter des Hofgerichtes - noch einmal an der politischen Führung beteiligt, aber dies blieb ebenso Episode wie 1073 der Anlauf zu einer Vermittlung beim Aufstand der Sachsen.
Der Legende nach ließ Anno über den Türen der Häuser der Aufrührer von 1074
Schandmasken, sogenannte Grinköpfe
, anbringen, heute noch zu sehen wie hier am
Gasthaus St. Peter am Heumarkt; tatsächlich sind dies als Häuserschmuck
verkleidete Flaschenzüge
In der Oster woche 1074 wurde Anno aus
eigentlich geringfügigem Anlass - er hatte das Schiff eines Kölner
Kaufmanns beschlagnahmen lassen - durch einen Aufstand der Bürger aus Köln
vertrieben und zog sich des Nachts nach Neuss
zurück. Seine Ritter schlugen den Aufstand mit aller Härte nieder; die
Bürger hatten eine herbe Niederlage erlitten: nach dem Bericht des Lampert
von Hersfeld
war die Stadt fast völlig verödet und schauriges Schweigen herrschte auf den
leeren Straßen
; an die 600 Kaufleute verließen die Stadt. Anno konnte
zurückkehren. 1075 gelang ihm der Erwerb der Propstei Rees,
die Pfalzgrafen waren vom Niederrhein
abgedrängt, das Gebiet im Besitz der Kirche.
Anno starb im Kloster Siegburg
und ist dort im Annoschrein
bestattet.
Bei aller Härte war Annos Wirken ausgezeichnet durch seinen verzehrenden
Eifer in geistlichen Dingen und seine fromme Neigung zur Askese. Zeitgenossen
nannten ihn Edelstein
und Blüte und Licht Deutschlands
. Eine erste Vita
verfasste Abt Reginhard um 1082. Das epische Annolied
mit 878 Versen, wohl
1080 verfasst von einem Siegburger
Mönch, enthält seinen Lobpreis. Mit der 1183 erfolgten Heiligsprechung durch den
päpstlichen Legaten wurde auch der Annoschrein aufgestellt.
Mit seiner Politik schwächte er die königlichen Rechte gegenüber dem Vatikan und den deutschen Einfluss in Italien entscheidend und stärkte das Papsttum mit seinem Anspruch der Herrschaft der Kirche über den Staat. Er selbst musste sich aber der päpstlichen Macht beugen.
Annoschrein in der Abtei in Siegburg
Kanonisation:
Anno wurde 1183 heiliggesprochen.
Patron
von Siegburg;
gegen Gicht
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon