Ökumenisches Heiligenlexikon

Ansegisus

Gedenktag katholisch: 20. Juli
Name bedeutet: der tapfere Genosse (althochdt.)
Abt in Luxeuil und Fontanelle
* um 770
† 20. Juli 833 (?) in Fontanelle, heute St-Wandrille in Frankreich
Kartenskizze

Ansegisus, aus altem fränkischem Adel stammend, trat mit 18 Jahren ins Benediktinerkloster Fontenelle - dem heutigen St-Wandrille - ein. Von Karl dem Großen wurde er mit der Reform der Klöster St-Sixte in Reims und St-Menge in Châlons-sur-Marne - dem heutigen Châlons-en-Champagne - betraut, denen er als Abt vorstand, und 807 zum Abt des Klosters St-Germer - dem heutigen St-Germer-de-Fly - in der Diözese Beauvais ernannt, das er vor dem Verfall rettete und zu hoher Blüte führte. Kaiser Karl berief ihn auch an seinen Hof nach Aachen und beauftragte ihn mit verschiedenen politischen Missionen, besonders in Spanien.

Karls Nachfolger Ludwig der Fromme ernannte ihn 817 zum Leiter des Klosters in Luxeuil - dem heutigen Luxeuil-les-Bains. Nachdem auch diese heruntergekommene Abtei wieder zur Blüte gelangte, wurde Ansegisus 822 als Abt wieder ins Kloster Fontanelle geschickt, das er nach der Benediktinerregel ausrichtete, mit Bauten, kirchlichen Geräten, Paramenten und Gebäuden reich ausstattete, und wo er schnell eine der größten theologischen Bibliotheken Europas aufbaute.

Fraglich ist Ansegisus' Beteiligung an der Aachener Kanonikerregel, den Institutiones Aquisgranenses, einem wichtigen Werk über Klosterorganisation und Sammlung aller im Reich geltenden staatlichen und kirchlichen Gesetze.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• http://www.newadvent.org/cathen/01545c.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990


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