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Antonios Vater Antonio Galvão de França war ehemaliger Hauptmann der Stadtmiliz und gehörte dem 3. Orden der Franziskaner und der Karmeliten an. Er betrieb ein Handelsgeschäft und war wegen seiner Freigiebigkeit bekannt. Die Mutter, Isabel Leite de Barros, brachte elf Kinder zur Welt, verstarb aber schon im Alter von 38 Jahren. Antonio erhielt ab 1752 eine solide humanistische Ausbildung in Belém im Seminar der Jesuiten, wo schon sein Bruder zur Schule ging. Wegen der politischen Einschränkungen gegenüber den Jesuiten und die Enteignung ihrer Besitztümer schloss er sich nicht diesem Orden an, sondern ging zu den durch Petrus von Alcántara reformierten unbeschuhten Franziskanern ins Kloster in Taubaté, nicht weit von seiner Heimatstadt.
1760 begann Antonio sein Noviziat im Bonaventurakloster
in Rio
de Janeiro, 1761 legte er seine Gelübde ab, 1762 wurde er zum Priester
geweiht. Besonders am Herzen lag ihm die Lehre von der Unbefleckten
Empfängnis Marias, den Namen ihrer Mutter Anna wählte
er auch als Ordensnamen. Er kam nun nach São
Paulo, um seine philosophischen und theologischen Studien zu vertiefen und
um sich auch in der Seelsorge einzuüben. 1766 übereignete er sich der Mutter
Gottes als ihr Sohn und ewiger Diener und unterzeichnete dieses Dokument mit
seinem eigenen Blut. 1768 wurde er zum Prediger, Beichtvater für die Laien und
zum Pförtner des Klosters ernannt. Er wurde ein gefragter Beichtvater und wurde
zu Kranken gerufen wurde, oft legte er dann bis zu 60 Kilometer zu Fuß zurück,
auch um zu predigen oder Beichten zu hören. Weil sehr viele Kranke zu ihm kamen,
folgte er eines Tages einer Eingebung und schrieb auf einem kleinen
Streifen aus Reispapier auf Latein ein Stossgebet: Nach deiner Geburt, o
Jungfrau, bliebst du unbefleckt; Heilige Gottesmutter, bitte vermittelnd für uns
und faltete das Papier zu einer Pille zusammen; diese habe Heilungen von
Krebskranken, von Menschen mit Nierensteinen und von Frauen mit komplizierten
Schwangerschaften bewirkt und vielen bisher kinderlosen Ehepaaren zum ersehnten
Nachwuchs verholfen.
1769 wurde Antonio von der heiligen Anna Seelenführer einer Gruppe von
im Zölibat und in Klausur lebenden
Laienfrauen namens As Recolhidas de Santa Teresa
, in Zurückgezogenheit
Lebende von der Heiligen Teresa
in São
Paulo. Schwester Helena Maria do Espírito Santo aus dieser Gemeinschaft
erzählte ihm von ihren Visionen, ein neues Haus zu gründen. Antonio half, die
alte Kapelle von Nossa Senhora da Luz zur Neugründung im Jahr 1774 zu verwenden
und eine gemeinschaftliche Einsiedelei nach den Regeln des Karmelitenordens
zu bilden. Die Gemeinschaft wuchs, nach dem Tod von Schwester Helena stand sie
unter der alleinigen Leitung von Antonio; die Gebäude wurden erweitert, die
dazugehörige Kirche konnte am Tag der Himmelfahrt
der Maria 1802 eingeweiht werden. Antonio verfasste die Statuten der
Gemeinschaft.
Vom Gouverneur von São
Paulo wurde Antonio ins Exil geschickt, weil er dessen Sohn, der einen
Soldaten zum Tode verurteilen ließ, kritisiert hatte. Nach kurzem Aufenthalt in
Rio
de Janeiro konnte er aber auf Grund der Proteste der Bevölkerung
zurückkehren. 1798 wurde er zum Guardian des Franziskanerklosters
in São Paulo ernannt, konnte aber auch weiterhin als geistlicher Berater
der Schwestern und der Bevölkerung der Stadt tätig sein. Im selben Jahr erklärte
ihn der Senat der Stadt São Paulo zum Mann des Friedens und der
Nächstenliebe
.
1802 wurde er Berater des Provinzials beim Apostolischen NuntiusDer Apostolische Nuntius ist der Botschafter des Staates Vatikanstadt in einem Land. Zugleich vertritt er den Papst als Kirchenoberhaupt gegenüber den Ortskirchen dieses Landes. von Portugal; die Ämter des Generalvisitators und des Vorsitzenden des Ordenskapitels musste er auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes ablehnen. Auf Bitten des Bischofs vonSão Paulo gründete er 1811 die Frauenklausur von der Heiligen Clara in Sorocaba im Bundesstaat São Paulo. Als seine Kräfte nachließen und er nicht mehr täglich von seinem Kloster zum Haus der Schwestern von Nossa Senhora da Luz hin und zurück gehen konnte, erhielt er die Erlaubnis, im Schwesternhaus bleiben zu können, wo er in einem Zimmer hinter dem Tabernakel der Kirche starb.
Antonio wurde in der Kirche des Schwesternheims, die er selbst erbauen ließ,
beigesetzt. Sein Grab wird noch heute von zahlreichen Gläubigen besucht; der von
Antonio errichtete Gebäudekomplex des Klosters wurde 1988 durch die UNESCO zum
Weltkulturerbe
erklärt. Die Nonnen des Klosters da Luz in São
Paulo stellen heute täglich 5000 Reispapierpillen mit dem Stoßgebet an Maria
her und verteilen sie den Pilgern.
Kanonisation:
Antonio von der heiligen Anna wurde 1998 durch Papst Johannes
Paul II. seliggesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte durch Papst Benedikt
XVI. im Jahr 2007 in São
Paulo. Antonio ist der erste gebürtige Brasilianer, der zur Ehre der Altäre
der katholischen Kirche erhoben wurde.
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