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Elsässische Werkstatt von 1418: Arbogast zieht in Straßburg ein. Aus der
Elsässischen Legenda Aurea
, Straßburg,
1419, heute in der Universitätsbibliothek in Heidelberg

Arbogast, in Irland als Arascach geboren, nach anderer Überlieferung aus Südfrankreich stammend, wurde wohl um 550 von Merowingerkönig Theudebald als Missionar ins Elsass gesandt.
Er ließ sich der Legende nach im Wald von Hagenau - dem heutigen Haguenau - nieder und holte demnach eines Tages den von einem Eber getöteten Sohn von König Dagobert II. ins Leben zurück; darauf habe Dagobert II., der in Irland ausgebildet worden war, Arbogast zum Bischof von Straßburg ernannt. * Nach anderer Version soll der Sohn von Dagobert II. selbst die Stadt Rouffach dem Bischof von Straßburg als Besitz übergeben haben, nachdem ihn dieser vom Tode wiedererweckt hatte.
Ältere Legenden lassen Arbogast trockenen Fußes über einen Fluss schreiten, Kranke heilen, Dämonen vertreiben und Streitigkeiten schlichten. Er ließ sich demnach unter einem Galgen begraben, um einen unschuldig Hingerichteten zu ehren.
Als Bischof von Straßburg übernahm er z.T. die aufgegebenen römischen Institutionen; so lieferte die einst für das Militär produzierende Ziegelei nun an den Bischof. Dass die Stadt, die einen großen Teil ihrer Bewohner einbüßte, nicht aufgelassen wurde, ist wohl diesem Bemühen zu verdanken. Arbogast ließ die erste Kathedrale in Straßburg bauen und gründete das Kloster Surburg - dem heutigen Surbourg - sowie das später nach ihm benannte Stift in Straßburg. Er gilt als der Hauptbegründer des Christentums im Elsass. Schon zu Lebzeiten wurde er hoch verehrt.
Manche Quellen geben als Todesdatum das Jahr 678 an, dem widersprechen die archäologischen Funde.
Arbogast-Kapelle bei Götzis

Weiteren Legenden zufolge soll Arbogast zuerst am Ort der heutigen Arbogast-Kapelle bei Götzis in Vorarlberg in Österreich als Einsiedler gelebt haben; dort wird er in der 1473 erstmals erwähnten Wallfahrtskapelle St. Arbogast verehrt.
Patron
von Rufach / Rouffach
im Elsass, Muttenz
und Oberwinterthur - heute Stadtteil von Winterthur
- in der Nordschweiz; gegen Fußleiden, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit; des
Bistums Straßburg
* Tatsächlich wurde Dagobert
II. 652 geboren, als Arbogast wohl längst tot war. Auch die Korrektur dieser
Legende zu Dagobert I. hilft nicht wirklich, er war damals deutlich zu jung;
immerhin wurde der tatsächlich in Irland ausgebildet und galt lange Zeit als le
bon roi
, der gute König
und Vorbild eines Herrschers; zudem hatte er einen
Sohn Sigibert (III.). Bleiben Chlothar II.,
regierender König der Franken von 597 bis 629, oder vielleicht Sigibert I.,
König von Austrasien in den Jahren 561 -
575.
Glasfenster im Schiff des Straßburger
Münsters 
Die Arbogast-Legende in der Überlieferung der Brüder Grimm
Die Arbogast-Legende in Bildern
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon