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Um die Reformation endgültig einzudämmen, wurde von Kaiser Karl V. 1530 der Reichstag der deutschen Fürsten und Reichsstädte nach Augsburg einberufen. Die inzwischen der Reformation zugeneigten Fürsten und besonders die Reichsstädte bekannten sich jedoch unwiderruflich zur neuen Lehre Martin Luthers. Philipp Melanchthon unterbreitete am 25 Juni 1530 dem Kaiser in ihrem Namen die von ihm verfasste Confessio Augustana als lateinisch und deutsch verfasste Zusammenfassung der reformatorischen Lehre und für die Protestanten gültiges Bekenntnis.
Protestantisches Spottblatt über das Interim, aus Magdeburg,
um 1550:
Selig ist der Mann
der Gott vertrauen kann
und willigt nicht ins Interim
denn es hat den Schalk hinter ihm.
Auf einem weiteren Reichstag in Augsburg
diktierte Kaiser Karl V. am 15. Mai 1548 das Augsburger Interim
als letzten
Versuch, die Reformation in Deutschland rückgängig zu machen. Die Bestimmungen
des Interims vertraten die katholische Lehre, gestanden den Protestanten jedoch
die Eheschließung der Priester und den Laienkelch zu. Vorausgegangen war dem
Interim der militärische Sieg Karls über die Protestanten im Schmalkaldischen
Krieg 1547. Die Katholiken empfanden schon die wenigen Zugeständnisse an die
Protestanten als Zumutung, den Protestanten gingen sie nicht weit genug. In
Süddeutschland setzte der Kaiser das Interim militärisch durch: Konstanz
ließ er durch Truppen gewaltsam rekatholisieren, die im Schmalkaldischen Krieg
besiegten süddeutschen Städte mussten hohe Entschädigungen zahlen, die Zünfte in
den Städten wurden entmachtet. Die norddeutschen Städte lehnten das Interim ab
oder führten es nur scheinbar ein. Die heftigen Reaktionen auf das Interim
zeigten, dass die Reformation auch vom Kaiser nicht mehr zu stoppen wär.
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