Ökumenisches Heiligenlexikon

Bacchus
italienischer Name: Bachisio

Gedenktag katholisch: 7. Oktober
in Sardinien 10. / 11. Mai

Gedenktag orthodox: 7. Oktober

Gedenktag armenisch: 7. Oktober
liturgische Feier am dritten Donnerstag nach Pfingsten

Gedenktag koptisch: 1. Oktober
Weihe der Kirche in Rusafa: 15. November

Gedenktag syrisch-orthodox: 7. Oktober

Name: als Dionysos Sohn des Zeus und der Semele, Gott des Weines und der Ekstase (griech.)

Märtyrer
* nach 265 in Syrien
† 6. Oktober 295 (?) in Barbalissus in Syrien

Kartenskizze Kartenskizze Kartenskizze

Bacchus erhielt der Legende nach als einziger Sohn seiner Eltern eine gute Ausbildung und machte Karriere in der römischen Armee bei den Grenztruppen in Syrien, was sogar die Anerkennung von Kaiser Valerius hervorrief. Als er eines Tages nach Mailand kam, hatte er dort eine Vision und ließ sich dann von Biago, dem Bischof von Sebaste - dem heutigen Sivas in der Türkei -, taufen. Der syrische Präfekt Antioco forderte ihn und seinen Glaubensbruder Sergius auf, dem Christentum abzuschwören und dem Götzen Jupiter zu verehren, was beide verweigerten. Sie wurden verhaftet, Bacchus ins Militärlager nach Barbalisso am Euphrat gebracht, gefoltert und zu Tode gepeitscht.

Bacchus wurde zusammen mit Sergius in Rusafa - dem späteren Sergiopolis, heute Ruinen - am Rand des Euphrattales begraben. Hier entstand nun ein reger Märtyrerkult und von hier aus verbreitete sich das Christentum in der ganzen Gegend. Anfang des 5. Jahrhunderts ließ Bischof Alexander von Hierapolis in Rusafa in Phrygien eine große Basilika über ihrem Grab errichten. Kaiser Justinian sandte Weihegeschenke dorthin, dasselbe tat der heinische Perserkönig Chosrau II. Reliquien der beiden Märtyrer wurden im ganzen Orient verbreitet und kamen auch in den Westen. Gregor von Tours rühmte die Märtyrer und kannte Reliquien.

Statue in der 1887 erbauten Kirche San Bachisio in Loceri auf Sardinien

Statue in der 1887 erbauten Kirche San Bachisio in Loceri auf Sardinien

Bachisio - bzw. weiblich Bachisia werden die Bewohner der Insel Sardinien in Italien nach Bacchus genannt, weil er dort besonders verehrt wird, besonders im Ort Onani.

Der Weingott Bacchus hat nichts mit diesem Märtyrer des Christentums zu tun, sondern ist der griechische Weingott; der christliche Weinheilige ist Urban I. bzw. eigentlich Urban von Langres, regional auch Urban.

Patron von Loceri und Bolotana in der Provinz Nuoro auf Sardinien; des Militärs

Catholic Encyclopedia


Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
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