Gedenktag evangelisch: 22. Februar (EKD)
7. November (ELCA)
Name bedeutet: Sohn des Furchenziehrs (hebr.)
Kupferstich, 1735, aus: Der Königl. Dänischen Missionarien aus Ost-Indien
eingesandter Ausführlichen Berichten, Von dem Werck ihres Amts unter den Heyden.
Teil 1 
Bartholomäus Ziegenbalg, Sohn eines Getreidehändlers, erlebte in seiner Jugend eine Erweckung durch den Pietismus. 1702 besuchte er kurz das Friedrich-Werder-Gymnasium in Berlin, wo er dessen Rektor Philipp Jakob Spener kennen lernte. Ab 1703 studierte er bei August Hermann Francke in Halle Theologie. 1705 wurde er zum Dienst in der Mission berufen und zusammen mit einem Studienkollegen von der Dänisch-halleschen Mission, einer Stiftung des dänischen Königs Friedrich IV., als erster evangelischer Missionar in die dänische Kolonie Tranquebar an der Südostküste Indiens gesandt, wo er 1706 ankam. Von der dänischen Kolonialbehörde angefeindet, die durch die Missionsarbeit ihre Handelsinteressen gefährdet sah, wurde er 1707 für vier Monate inhaftiert.
Die von Ziegenbalg unter Mitarbeit von zehn weiteren Missionaren aus Halle
gegründete lutherische Gemeinde hatte nach sechs Jahren schon etwa 200 Glieder.
Er wurde zum Prototyp des evangelischen Missionars
und übersetzte das Neue
Testament und Teile des Alten Testaments ins Tamilische, dazu Martin
Luthers Kleinen
Katechismus. Er verfasste ein Gesangbuch und eine Grammatik in der
Landessprache und schuf die Grundlagen für ein Tamil-Wörterbuch und Lexika.
Mehrere tamilische Texte übersetzte er ins Deutsche und verfasste Abhandlungen
über die tamilische Kultur und Religion. Schon 1707 gründete er die - wohl in
ganz Südindien erste - Schule für Mädchen und 1716 ein Seminar zur Ausbildung
einheimischer Lehrer und Pfarrer. Seine Predigten knüften an der tamilischen
Lebenswelt an und führten zur Bildung einer Kirche, in der die hauptsächlich aus
den unteren sozialen Schichten stammenden jungen Tamilen auch ihre
Volkstümlichkeit wahren konnten.
Neu-Jerusalem-Kirche in Tranquebar
bei den Feiern zum 300-jährigen Jubiläum der Mission 2006 
Bartholomäus Ziegenbalg war der erste evangelische Missionar, der von
Deutschland aus zu den Heiden
gesandt wurde. Nach seinem frühen Tod wurde
Ziegenbalg in der von ihm 1707 bis 1718 erbauten Neu-Jerusalem-Kirche in
Tranquebar
bestattet. Die heutige Evangelisch-Lutherische Tamilkirche (TELC) und weite
Teile der Südindischen Kirche (CSI) haben ihre Wurzeln in seinem Wirken.