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Ökumenisches Heiligenlexikon

Bavo von Gent

Geburtsname: Allowin
auch: von Haarlem

Gedenktag katholisch: 1. Oktober

Rekluse, Mönch
* um 590 im Hespengau in Belgien
† 1. Oktober 654 (?) in Gent in Belgien

Kartenskizze Kartenskizze

Allowin stammte offenbar aus einer Adelsfamilie des Hespengaus, die Legende nennt ihn Sohn von Pippin von Landen aus Brabanter Adel. Demnach war er als Graf Allowin zunächst Ritter und führte ein lasterhaftes Leben; der frühe Tod seiner Frau, der Tochter des Grafen Adilio, und die Tugend seiner Tochter Agglethrudis brachten ihn zur Besinnung. Er vertraute sich um 650 Bischof Amandus an, verkaufte seine Habe und schenkte den Erlös den Armen. Nachdem er seinen Lehrer auf dessen weiteren Missionsreisen durch Flandern begleitet hatte, kehrte er nach Gent zurück und trat unter dem Namen Bavo in das neue Kloster St. Peter ein. Dann lebte er noch die letzten drei Jahre bis zu seinem Tod als Einsiedler in einem hohlen Baum nahe des Benediktinerklosters Blandinenberg in Maastricht, mit einem Stein als Kopfkissen.

Peter Paul Rubens: Bavo wird zum Mönch eingekleidet, Entwurf für den Altar der Kathedrale St. Bavo in Ghent, vor 1612 oder 1616/23, heute in der National Gallery in London

Peter Paul Rubens: Bavo wird zum Mönch eingekleidet, Entwurf für den Altar der Kathedrale St. Bavo in Gent, vor 1612 oder 1616/23, heute in der National Gallery in London.
Im mittleren Panel steht Bavo vor == Floribert, dem Abt des Klosters, und Bischof Amandus; im Vordergrund wird seine Habe an Arme verteilt. Im rechten Panel diskutieren die Könige Clothar und Dagobert, die Bavo's Entschluss unterstützen, mit einem Boten von Kaiser Mauritius, der Rittern den Eintritt in einen Orden verboten hatte. Das linke Panel zeigt Gertrud von Nivelles und Begga - der Überlieferung nach Bavos Schwestern -, die sich auch für ein frommes Leben entschieden.

Im 8. Jahrhundert wurde in Gent eine ihm geweihte Grabkirche erbaut. Im frühen 9. Jahrhundert wurden seine Gebeine in sein Kloster St. Peter übertragen, das dann seinen Namen erhielt. Um 950 wurde er neben Vedastus Patron der neuen Stadtkirche in Gent; nach der Aufhebung der Abtei St. Bavo 1540 kamen die Reliquien in diese St. Johannes geweihte Kirche, die 1559 zur Kathedrale erhoben wurde und nun St. Bavo geweiht wurde. Bis 1913 wurde Bavo auch in der Erzdiözese Köln verehrt.

Die älteste bekannte Nachricht über Bavo ist eine von Alkuin verfasste Inschrift, die ihn als Schüler des Amandus von Maastricht und verehrten Geistlichen bezeichnet. Um 825 entstand in Gent unter Abt Einhard eine erste Lebensbeschreibung, nach deren Vorbild um 1000 drei weiter folgten.

Attribute: Falke, Schwert, hohlem Baum, Stein und Wagen
Patron der Falkner; gegen Keuchhusten; der Diözese Gent und des Bistums Haarlem

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XVII, Herzberg 2000