Gedenktag katholisch: 1. Oktober
Allowin stammte offenbar aus einer Adelsfamilie des Hespengaus, die Legende nennt ihn Sohn von Pippin von Landen aus Brabanter Adel. Demnach war er als Graf Allowin zunächst Ritter und führte ein lasterhaftes Leben; der frühe Tod seiner Frau, der Tochter des Grafen Adilio, und die Tugend seiner Tochter Agglethrudis brachten ihn zur Besinnung. Er vertraute sich um 650 Bischof Amandus an, verkaufte seine Habe und schenkte den Erlös den Armen. Nachdem er seinen Lehrer auf dessen weiteren Missionsreisen durch Flandern begleitet hatte, kehrte er nach Gent zurück und trat unter dem Namen Bavo in das neue Kloster St. Peter ein. Dann lebte er noch die letzten drei Jahre bis zu seinem Tod als Einsiedler in einem hohlen Baum nahe des Benediktinerklosters Blandinenberg in Maastricht, mit einem Stein als Kopfkissen.
Peter
Paul Rubens: Bavo wird zum Mönch eingekleidet, Entwurf für den Altar der
Kathedrale St. Bavo in Gent, vor 1612 oder 1616 / 23, heute in der National
Gallery in London.
Im mittleren Panel steht Bavo vor == Floribert, dem Abt des Klosters, und
Bischof Amandus; im
Vordergrund wird seine Habe an Arme verteilt. Im rechten Panel diskutieren die
Könige Clothar und Dagobert, die Bavo's Entschluss unterstützen, mit einem Boten
von Kaiser Mauritius, der Rittern den Eintritt in einen Orden verboten hatte.
Das linke Panel zeigt Gertrud
von Nivelles und Begga - der Überlieferung
nach Bavos Schwestern -, die sich auch für ein frommes Leben entschieden.
Im 8. Jahrhundert wurde in Gent eine ihm geweihte Grabkirche erbaut. Im frühen 9. Jahrhundert wurden seine Gebeine in sein Kloster St. Peter übertragen, das dann seinen Namen erhielt. Um 950 wurde er neben Vedastus Patron der neuen Stadtkirche in Gent; nach der Aufhebung der Abtei St. Bavo 1540 kamen die Reliquien in diese St. Johannes geweihte Kirche, die 1559 zur Kathedrale erhoben wurde und nun St. Bavo geweiht wurde. Bis 1913 wurde Bavo auch in der Erzdiözese Köln verehrt.
Die älteste bekannte Nachricht über Bavo ist eine von Alkuin verfasste Inschrift, die ihn als Schüler des Amandus von Maastricht und verehrten Geistlichen bezeichnet. Um 825 entstand in Gent unter Abt Einhard eine erste Lebensbeschreibung, nach deren Vorbild um 1000 drei weiter folgten.
Attribute:
Falke, Schwert, hohlem Baum, Stein und Wagen
Patron
der Falkner; gegen Keuchhusten; der Diözese Gent und des Bistums Haarlem
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
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