Ökumenisches Heiligenlexikon

Benedikt XI.

Gedenktag katholisch: 7. Juli
     n.g. Gedenktag im Dominikanerorden
Name bedeutet: der Gesegnete (latein.)
Ordensmann, Papst
* 1240 in Treviso in Italien
† 7. Juli 1304 in Perugia in Italien
Kartenskizze

Niccolò die Boccassio wurde Dominikaner, studierte wohl in Mailand, war Lektor in Venedig und Genua und von 1286 und 1293 an jeweils für drei Jahre Ordensprovinzial der Lombardei; 1296 wurde er zum Generalmagister ernannt und verpflichtete seinen Orden auf treue Gefolgschaft zum Papst. Als Gesandter reiste er zum König nach Frankreich und zum König nach England. 1300 wurde er zum Kardinalbischof von Ostia ernannt, 1303 einmütig zum Papst gewählt.

Guillaume de Nogaret, der Berater des französischen Königs Philipp IV. des Schönen, hatte 1303 zusammen mit dem mächtigen italienischen Adelsgeschlecht der Colonna einen Anschlag auf Papst Bonifatius VIII. geplant; der hatte 1302 die Bulle Unam Sanctam erlassen: sie verbot den KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. n ausdrücklich, die verlangten Steuern an den König von Frankreich zu zahlen, erklärte den König für abgesetzt und lud ihn wegen Häresie, Simonie und einer Reihe weiterer Verbrechen zu einem Exkommunikationsprozess in Rom vor; weil der König dem nicht nachkam, sollte er am 8. September 1303 gebannt werden. Mit einem Überraschungsangriff konnte Guillaume de Nogaret am 7. September die Kleinstadt Anagni einnehmen, wo Bonifatius seine Sommerresidenz hatte; damit wollte er die für den 8. September geplante Verlesung der Bannbulle gegen König Philipp verhindern; aber der Papst blieb unnachgiebig und man traute sich nicht, ihn zu töten, so dass die Bürger von Anagani Nogaret und seine Genossen zwei Tage später schließlich vertreiben konnten.

Nach dem Tod von Bonifatius VIII. nahm Benedikt XI. zwar eine konziliantere Haltung ein, musste aber auf Druck der Familie Colonna und aus Frankreich im April 1304 nach Perugia fliehen. Die Exkommunikation des französischen Königs Philipp IV. nahm Benedikt zurück, aber Guillaume de Nogaret und die Colonna wollte er für den Angriff auf seinen Vorgänger zur Verantwortung ziehen; bevor er entscheidende Maßnahmen durchsetzten konnte, starb er an der Ruhr.

Kanonisation: Benedikt XI. wurde 1736 selig gesprochen.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994



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