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Domenico Bruschi: Benedikt mit Thomasellus
von Perugia, 1869, in der Dominikanerkirche
in Perugia ![]()
Niccoló di Boccassio, Sohn eines Notars, wurde 1257 Dominikaner, studierte wohl in Mailand, war Lektor in Venedig und Genua, Prior und ab 1286 und 1293 jeweils für drei Jahre Ordensprovinzial der Lombardei; 1296 wurde er zum Generalmagister ernannt und verpflichtete seinen Orden auf treue Gefolgschaft zum Papst. Als Gesandter reiste er zum König nach Frankreich und zum König nach England. 1300 wurde er zum Kardinalbischof von Ostia ernannt, 1303 einmütig zum Papst gewählt.
Gaspare Francesconi: Maria und das
Jesuskind mit Papst
Benedikt XI., Heinrich von Bozen,
Joseph und Hieronymus,
1830, im Dom
in Treviso ![]()
Guillaume de Nogaret, der Berater des französischen Königs Philipp IV. des
Schönen, hatte 1303 zusammen mit dem mächtigen italienischen Adelsgeschlecht der
Colonna einen Anschlag auf Papst Bonifatius VIII. geplant; der hatte 1302 die
Bulle Unam Sanctam
erlassen: sie verbot den KlerikernEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.
ausdrücklich, die verlangten Steuern an den König von Frankreich zu zahlen, erklärte
den König für abgesetzt und lud ihn wegen Häresie, Simonie
und einer Reihe weiterer Verbrechen zu einem Exkommunikationsprozess in Rom
vor; weil der König dem nicht nachkam, sollte er am 8. September 1303 gebannt
werden. Mit einem Überraschungsangriff konnte Guillaume de Nogaret am 7.
September die Kleinstadt Anagni
einnehmen, wo Bonifatius seine Sommerresidenz hatte; damit wollte er die für den
8. September geplante Verlesung der Bannbulle gegen König Philipp verhindern;
aber der Papst blieb unnachgiebig und man traute sich nicht, ihn zu töten, so
dass die Bürger von Anagani Nogaret und seine Genossen zwei Tage später
schließlich vertreiben konnten.
Nach dem Tod von Bonifatius VIII. nahm Benedikt XI. eine versöhnliche Haltung ein: der römischen Adelsfamilie Colonna erteilte er im Dezember 1303 Absolution und gab ihnen ihre Würden und Besitzungen zurück, den Bann gegen Philipp IV. löste er im März 1304, die meisten gegen Frankreich gerichteten Dekrete seines Vorgängers nahm er zurück. Dennoch musste er auf Druck der Colonna und aus Frankreich im April 1304 nach Perugia fliehen. Guillaume de Nogaret und die Teile der Colonna wollte er für den Angriff auf seinen Vorgänger zur Verantwortung ziehen; bevor er entscheidende Maßnahmen durchsetzten konnte, starb er an der Ruhr; bald schon gab es deshalb Gerüchte, er sei vergiftet worden.
Benedikts Monumentalgrab, in der Kirche
S. Domenico in Perugia ![]()
Benedikt setzte auch die Bulle Super cathedram
seines Vorgängers, durch
die die pastorale Wirksamkeit der Bettelorden eingeschränkt worden war, außer Kraft.
Benedikt wurde in der Kirche San Stefano in Perugia bestattet, ein unbekannter Künstler schuf das Monumentalgrab, das als das am besten erhaltene frühgotische Monument in Italien gilt; es wurde 1700 in die Dominikanerkirche übertragen.
Kanonisation:
Benedikt XI. wurde am 7. Juli 1736 seliggesprochen.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon