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Giovanni, Sohn einer adligen Familie, wollte einen geistlichen Beruf ergreifen, aber der Vater widerstand seinem Wunsch. So studierte er Philosophie, Jura und Theologie, diente in der Armee der Habsburger und sollte dann in seiner Heimatstadt leitende Ämter übernehmen, als er plötzlich erblindete. Durch die Hilfe von Maria erhielt er der Überlieferung nach sein Augenlicht wieder. 1313 zog er sich mit zwei Gefährten, Patrizio Patrizi und Ambrogio Piccolomini, zurück zu einem Einsiedlerleben in die Accona-Wüste auf ein Landgut seiner Familie einige Kilometer südwestlich seiner Heimatstadt und nahm den Mönchsnamen Bernhard an nach dem Vorbild des Abtes von Clairvaux.
Die rasch wachsende Gründung in Accona mit dem Namen Monte
Oliveto
, Ölberg
wurde 1319 vom Bischof von Arezzo
genehmigt, mit der Auflage, sich an die Regel der Benediktiner
zu halten. In einigen Punkten wich die Gemeinschaft aber davon ab, so wurde der
Abt jedes Jahr gewählt - im ersten Jahr war es Patrizio Patrizi, dann bis zu
seinem Tod Bernhard. Von vielen Menschen aufgesucht, aber auch von Neidern
feindlich angesehen, wurde Bernhard der Häresie angeklagt und reiste zu Papst
Johannes XXII. nach Avignon,
um diese Anklage zu bereinigen. Nach seiner Rückkehr gründete er 1321 die
Kongregation der Seligen Jungfrau von Monte Oliveto
, die Olivetaner
,
auch weiße Benediktiner
genannt. Die Mönche erwarben sich hohe Anerkennung in der
Krankenpflege während einer Pestepidemie. 1322 wurde an einem der Stadttore von
Siena
das erste Tochterkloster S. Benedetto a Porta Tufi gegründet; andere Klöster in
verschiedenen Orten der Toskana
folgten, 1344 hatte der Orden bereits zehn Häuser. 1344 wurde er von Papst
Clemens VI. anerkannt.
Der Orden verbreitete sich rasch auch nach Padua, Bologna, Genua und Mailand, 1400 umfasste er schon 23 Klöster mit 318 Mönchen, 1450 waren es bereits 30 Klöster. Nicht alle Einrichtungen waren Neugründungen, die Olivetaner wurden auch zur Reform berühmter alter Klöster berufen, so 1408 in Padua oder 1494 auf dem Montecassino, wo sie sich jedoch nicht einwurzeln konnten. Ab 1450 gab es weitere Olivetanerklöster in Ligurien, den Abruzzen und in Apulien. In dieser Zeit blühte in der Kongregation die humanistische Kultur und die Renaissancekunst, v. a. mit Buchmalerei und Holzarbeiten. Der Orden hatte keinen weiblichen Zweig, 1433 wurde ihm jedoch von Franziska von Rom das berühmte Kloster der Oblatinnen von Tor de' Specchi in Rom angeschlossen.
Die Gemeinschaft entwickelte sich zur Keimstätte vieler Heiliger und trug im 14. und 15. Jahrhundert wesentlich zur Wiederbelebung des klösterlichen Lebens in Italien bei. 1961 gab es noch 260 Olivetanermönche in Europa und Amerika.
Von Bernhards Begräbnisstätte hat sich jede Spur verloren, was ein Hindernis für seine mehrmals betriebene Kanonisation war.
Kanonisation:
1644 wurde Bernardos Verehrung vom Vatikan
anerkannt. Die Heiligsprechung erfolgte erst 2009 durch Papst Benedikt XVI.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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