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Brictius war ein Schüler des Martin von Tours und wurde Priester. Weil er als weltlicher KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. die monastische Lebensweise nicht recht beachtete, gab es Konflikte und Spannungen mit Martin und dessen anderen Schülern, über die Sulpicius Severus berichtete. Dennoch wurde Britius um 397 Martins Nachfolger als Bischof. Er baute seinem Lehrer und Vorgänger zu Ehren die erste Kirche in Tours.
Die kritische Haltung des pragmatischen Brictius gegenüber dem monastisch
lebenden Martin und seinen
Schülern wird in den Legenden teils als Hochmut oder Neid,
teils als verständnisloser Vorwurf gegenüber Martins übergroßer Demut ausgelegt:
Es verdross ihn, dass der Bischof so stetiglich zum Himmel aufsah und er sagte
einem suchenden Bittsteller:
Sterbend prophezeite Martin ihm, dass er trotz seiner Schlechtigkeit
Bischof werde, aber viele Widerwärtigkeiten erdulden müsse.So du einen siehst, der gen Himmel gafft, das ist
er.
Statue, um 1515, im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe 
Auch als Bischof - so die Legenden - war Brictius nicht vor einem sündigen
Leben gefeit. Des öfteren wurde er angeklagt, aber alle Anklagen wurden 398
auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
in Turin
abgewiessen. Brictius bemühte sich demnach 30 Jahre um ein Leben im Gebet; da
traf ihn die Verleumdung, Vater des Kindes zu sein, das seine Wäscherin geboren
hatte. Er beschwörte in Gegenwart der Verleumder das Kind in Christi
Namen, es antwortete, er sei nicht der Vater. Brictius lehnte weitere Befragung
ab, wurde aber der Zauberei angeklagt und forderte ein weiteres Gottesurteil
heraus: er trug glühende Kohlen in seinem Mantelzipfel zum Grabe Martins trug,
das Gewand blieb unversehrt. Dennoch seiner Würde enthoben, wandte Brictius
sich an den Papst in Rom
und blieb büßend sieben Jahre dort. Die an seiner Statt eingesetzten Bischöfe
starben nacheinander, den letzten - dessen Tod man ihm bei der Heimkehr
mitteilte - trug man, als Brictius zum einen Stadttor einzog, zum anderen hinaus.
Nach sieben Jahren wurde er also wieder in das Bischofsamt eingesetzt. Dann
entschlief er seliglich
.
Bischof == Perpetuus förderte die Verehrung von Martin und als Kontrastbild die von Brictius, sie verbreitete sich rasch in Frankreich, Südwestdeutschland und bis nach Oxford. Gregor von Tours ließ Brictius' Gebeine 580 nach Clermont - dem heutigen Clermont-Ferrand überführen, heute liegen sie in der Kirche S. Michele in Pavia. Rund 160 Kirchen haben heute Brictius zum Patron, v.a. in Belgien, Deutschland und Frankreich. In Österreich wird er besonders verehrt in der Pfarrkirche in Radfeld bei Rattenberg in Tirol.
Attribute:
Wickelkind im Arm, glühende Kohlen im Mantelzipfel, drei Ähren
Patron
der Richter; der Kinder, Studenten und unschuldig Verleumdeten; gegen Leibweh
und Unterleibskrankheiten
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Martyrologium Romanum Flori-Legium