Ökumenisches Heiligenlexikon

Burkhard von Beinwil
auch: Burkard

Gedenktag katholisch: 18. Mai
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Basel

Name bedeutet: der wie eine Burg Starke (althochdt.)

Priester
* um 1120 auf dem Hof Langematt bei Muri in der Schweiz
† 18. Mai 1192 (?) in Beinwil (Freiamt) in der Schweiz

Burkhard-Statue in Beinwil

Burkhard-Statue in Beinwil (Freiamt)

Burkhard wurde im Benediktinerkloster Muri ausgebildet und wirkte dann als Priester in Beinwil (Freiamt) im Aargau. Er soll viele wundertätige Handlungen vollbracht haben.

Legenden erzählen, dass Burkhard eine Dohle auferzogen und so zahm gemacht hatte, dass sie ganz zutraulich und ihm treu ergeben war. Als seine Hausgenossen während seiner Abwesenheit ein ausschweifendes Leben führten, erzählte die Dohle, was sie gesehen hatte und gehört hatte; die Bediensteten fassten daraufhin den Entschluss, das Tier zu töten, erwürgten die Dohle und warfen sie in eine tiefe Grube neben dem Pfarrhaus. Bei seiner Rückkehr vermisste Burkhard die gewohnte Begrüssung durch seinen Vogel; er ahnte nichts Gutes, suchte nach seinem Haustier und vernahm er das traurige Krächzen der Dohle, die ihm ihren unschuldigen Tod klagte und das Verhalten des Hausgenossen beschrieb.

Eine andere Überlieferung erzählt von einer todkranken Frau im Hofe Unterhorben - auch Schneggen genannt. Burkhard wurde gerufen, um sie zu versehen. Nach halber Wegdistanz kam ihm ein Bote entgegen und meldete, dass die Kranke bereits gestorben sei, doch Burkard setzte seinen Weg fort, betete und flehte im Sterbezimmer zu Gott, bis - zur Verwunderung aller Anwesenden - die Tote nochmals zum Leben erwachte, das Sakrament der heiligen Ölung empfing und alsdann ruhig entschlafen konnte.

Burkhard wurde in der Kirche in Beinwil (Freiamt) bestattet; Verehrung und Wunder an seinem Grab sind erstmals 1228 bezeugt. 1588 wurde eine Bruderschaft gegründet, um 1620 eine große Krypta errichtet; auf dem Friedhof fließt seit dem 17. Jahrhundert ein heilkräftiger Burkhard-Brunnen. Die Verehrung ist bis heute lebendig, Beinwil Ziel von Wallfahrten. Das Burkardusfest wird in Beinwil am Montag nach Christi Himmelfahrt gefeiert.

Kanonisation: 1817 erlaubte Rom, zu Ehren des Seligen in der Pfarrkirche in Beinwil (Freiamt) die heilige Messe zu lesen.
Attribute: Hostie, Dohle

Auf der Internetpräsenz der Gemeinde Beinwil (Freiamt)wird ausführlich über Burkhard und das mit ihm verbundene Brauchtum berichtet.


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.beinwil.ch/index.asp?R_ID=2&A_ID=7
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
© www.heiligenlexikon.de