Gedenktag katholisch: 27. August
in Frankreich: 26. August
Gedenktag evangelisch: 27. August
Name bedeutet: aus dem Geschlecht der Cäsarianer (latein.)
Cäsarius wurde im Alter von 18 Jahren in den Klerus seiner Heimatstadt aufgenommen, dann 490 Mönch im Kloster auf der Lérins-Insel St-Honorat; das Kloster war bedeutend für das soziale Leben in Gallien und im ganzen Mittelmeerraum und ein politisches Zentrum im Konflikt von West- und Ostgoten, Burgund und Franken. Cäsarius verließ das Kloster bald wieder, vertiefte in Arles seine Kenntnisse über Augustinus und wurde um 499 durch Bischof Aeonius von Arles zum Priester geweiht und als Abt des Klosters Trinquetaille auf der Rhôneinsel eingesetzt, für das er die Regel verfasste. 503 wurde Cäsarius selbst Bischof von Arles; mehrfach wurde er in die politischen Auseinandersetzungen verwickelt. 505 wurde er von Westgotenkönig Alarich II. verbannt, 507 der Zusammenarbeit bezichtigt, 512 von Ostgotenkönig Theoderich dem Großen zum Treueeid verpflichtet; dabei nutzte er die Gelegenheit zum Loskauf vieler Gefangener.
Papst Symmachus genehmigte 513 wesentliche Teile einer von Cäsarius verfassten Bittschrift über kirchendisziplinarische Fragen, zugleich ernannte er ihn zum Primas von ganz Gallien, 514 auch zum Primas über Spanien. Cäsarius berief und leitete eine Reihe von erfolgreichen SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet., so die in Agde 506, Arles 524, Carpentras 527, Orange und Vaison - dem heutigen Vaison-la-Romaine - 529 sowie Marseille 533; diese Synoden fällten zumeist disziplinarische Beschlüsse, die Synode von 529 beendete durch ihre Verurteilung den Semi-Pelagianismus in Gallien.
Cäsarius hinterließ 238 Predigten und Homilien; sie zeigen, wie sehr die pastorale Praxis noch von der Auseinandersetzung mit Heidentum und Aberglaube geprägt war. Er erläuterte die Spendung der Sakramente und die Feier des Stundengebets, die Pflicht zur Teilnahme an der Sonntagsmesse und zum Euchristieempfang an Hoch- und Märtyrerfesten. Für das Gemeindegebet in der bischöflichen Basilika führte er zahlreiche Hymnen aus Lérins ein. Die Predigt - in der Fastenzeit täglich - sah er als gelichbedeutend mit dem Empfang der Eucharistie.
Cäsarius führte in allen Klöstern die Gebetszeiten von Lérins ein. Seine besondere Fürsorge galt dem 512 von ihm geweihten Frauenkloster St-Jean in Arles, für das er die strenge Regel - die erste überlieferte Regel für einen Nonnenkonvent - verfasste und wo er seine Schwester Cäsaria als Äbtissin einsetzte. Um 534 verfasste er auch eine Regel für Mönche mit Elementen aus Lérins und von Augustinus.
Cäsarius Gebet soll eine Feuersbrunst zum Erlöschen gebracht haben, auch wird ihm der Bau einer Kirche in Rom zugeschrieben. Am Ende seiner Jahre lebte er in dem von ihm gegründeten Kloster in Marseille.
Patron
gegen Feuersgefahr
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon