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Barbara war das älteste von neun Kindern einer vornehmen Nürnberger Patrizierfamilie. Ihr Bruder Willibald war Ratsherr und ein bedeutender Vertreter des deutschen Humanismus. Um 1475 wurde Barbara zu ihren Großeltern nach Nürnberg gebracht, die sie 1479 zur weiteren Ausbildung den Klarissen im Kloster St. Klara übergaben. Wohl 1483 trat sie mit dem Ordensnamen Caritas dem Orden bei, war zuerst Novizenmeisterin und wurde 1503 Äbtissin. Mit zahlreichen Humanisten stand die hochgebildete Frau in regem Briefwechsel. Sie lehrte ihre Schwestern die Bibel, Theologie und die Schriften der Kirchenväter in Lateinisch und Deutsch. Die Bildung des Geistes sollte dabei mit mystischer Tiefe der Religiosität verbunden werden.
Nach dem Beginn der reformatorischen Bestrebungen in Nürnberg
ab 1525 sollte auch die Aufhebung aller Klöster beschlossen werden. Als
einziges Kloster leistete das der Caritas Pirkheimer dagegen Widerstand,
den sie in ihrer Schrift Denkwürdigkeiten
dokumentierte. Die Auseinandersetzung
ging um die Frage, ob das Ordensgelübde nicht ein Versuch sei, sich durch
gute Werke Gnade und Heil erwerben zu wollen; ihm trat Caritas theologisch
versiert entgegen. Sie war stets zum Dialog bereit, beharrte aber auf
der Achtung der Gewissen als letzter Instanz. 1529 besuchte Philipp
Melanchthon die Äbtissin Caritas, um sie und ihr Kloster für die Reformation
zu gewinnen, aber Caritas schloss sich der Neuen Lehre nicht an; ihr guter
Ruf und Melanchthons Fürsprache retteten dennoch den Fortbestand ihres Klosters.
Weil die Aufnahme von Novizinnen und der Empfang der Sakramente verboten waren musste nach Caritas' Tod das Kloster wegen Nachwuchsmangel aufgegeben werden.
Caritas' Grab in der St.-Klara-Kirche in Nürnberg wurde 1959 wieder gefunden. Die Akademie der Erzdiözese Bamberg und deren Internationales Jugendzentrum in Nürnberg tragen heute ihren Namen.
Kanonisation:
Der Seligsprechungsprozess ist eingeleitet.
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