Ökumenisches Heiligenlexikon

Christina von Stommeln
auch: die Kölnische

Gedenktag katholisch: 6. November

Name bedeutet: die Christin (griech. - latein.)

Begine, Mystikerin
* 1242 in Stommeln bei Köln in Nordrhein-Westfalen
† 6. November 1312 daselbst

Kartenskizze

Die Bauerntochter Christina hatte der Überlieferung nach schon als Kind Visionen von Christus, im Alter von zehn Jahren erlebte sie die ekstatische Verlobung. 1255 ging sie zu den Beginen nach Köln. 1258 empfing sie die Wundmale Christi. Weil ihr auch dämonische Visionen zuteil wurden, wurde Christina von der Frauengemeinschaft 1259 nach Hause zurückgeschickt. In Stommeln lebte sie nun bei ihren Eltern, auch beim Pfarrer und den dortigen Beginen; sie wurde immer wieder von Erscheinungen und Angriffe von Teufeln gequält und versucht, andererseits von himmlischen Tröstungen und Gesichten begnadet. Der Dominikanerpater Petrus von Dacia wurde 1267 ihr Seelenführer. Nach einer schweren Blutung 1288 wurden keine übersinnlichen Erlebnisse mehr berichtet.

Christines Schrein in der Jülicher Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt

Christines Schrein in der Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt in Jülich

Ihr Seelenführer, der 1288 gestorbene schwedische Dominikaner Petrus de Dacia, verfasste Christinas Lebensgeschichte und zeichnete ihre geistlichen Erfahrungen auf; die Vita enthält auch den umfangreichen enthält, den sie mit ihm hatte. Die Authentizität der überlieferten Christus- und Dämonen-Visionen ist umstritten.

Christina wurde bald nach ihrem Tod als Heilige verehrt, schon 1339 erschien ein Bericht der Wunder. Ihre Gebeine wurden 1342 in das Stift in Nideggen in der Eifel und um 1586 nach Jülich überführt; im 2. Weltkrieg wurde 1944 die Propsteikirche durch Bomben fast völlig zerstört, der Schrein mit den Reliquien aber blieb unversehrt.

Kanonisation: Christines Kult wurde 1908 vom Papst approbiert.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Über Christines Leben und heutiges Brauchtum informiert die Pressestelle Stadt Jülich


Quellen:
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Johannes Madey. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XV, Herzberg 1999
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