Ökumenisches Heiligenlexikon

Christodoulos

Gedenktag orthodox: 16. März
Übertragung der Gebeine: 21. Oktober

Name bedeutet: der Knecht Christi (griech.)

Mönch, Klostergründer, Wundertäter
* um 1020 in der Nähe von Nicaea, heute Íznik in der Türkei
† 16. März 1101 (?) auf Euböa in Griechenland

Kartenskizze Kartenskizze

Griechische Ikone

Griechische Ikone

Christodoulos war das Kind armer Eltern. Zunächst lebte er als Einsiedler und Asket auf dem bithynischen Olymp - dem heutigen Uludag - nahe der heutigen türkischen Stadt Bursa. 1045 unternehm er eine Wallfahrt zu den Gräbern der Apostel in Rom und den heiligen Stätten in Palästina. Hier ließ er sich in der Wüste nahe des Jordan als Einsiedler nieder. Die andrängenden seldschukischen Türken verscheuchten ihn nach Norden; er ließ sich vom Patriarchen bewegen, die Leitung der Mönche am Latmos-Gebirge zu übernehmen, bis auch hier die Muslimen andrängten. Schließlich ging er auf die Insel Kos und gründete dort ein der Theotokos geweihtes Kloster. Auch hier wurde er durch Seeräuber und feindseliges Laienvolk bedroht, aber er war auch nicht ungeübt in bewaffneter Abwehr.

Auf Wunsch von Kaiser Alexios I. Komnenos versuchte Christodoulos, das Kloster Zagora in Thessalien zu reformieren. 1088 gründete er das Klosters des Johannes des Theologen auf der Insel Patmos, die ihm vom Kaiser geschenkt worden war. In der Goldenen Bulle des Kaisers von Konstantinopel, die heute noch im Johanneskloster in Patmos aufbewahrt wird, wurde Christodoulos für alle Zeiten unwiderruflich diese Insel übergeben, es wurde ihm ein Schiff zur Verfügung gestellt und Patmos von allen Steuern befreit. Er schuf nun den Grundstock der reichen Handschriftensammlung von Patmos. Als auch Patmos von den Türken bedroht wurde, ging Christodoulos nach Euböa, wo er starb.

Christodoulos hinterließ eine Art Autobiographie und ein Mystisches Testament. Seine Mönche konnten bald in ihr Kloster auf Patmos zurückkehren; sie überführten Christodoulos' Gebeine. Das Grab wurde Ziel vieler Pilger, sein heutiger Sarg aus Silber stammt aus dem Jahr 1796.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon


Quellen:
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XIV, Herzberg 1998
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
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