Gedenktag katholisch: 6. März
gebotener Gedenktag im Orden der Augustiner-Chorherren / -frauen: 3. Oktober
Gedenktag evangelisch: 6. März
Name bedeutet: der berühmte Waffengänger (althochdt.)
Glasfenster in der Kirche Saint Symphorien in Metz

Chrodegang stammte aus einer Familie des höchsten fränkischen Adels. Er wurde im Kloster Saint-Trond / Sint-Truiden erzogen und ausgebildet, dann von Karl Martell und zu seinem Privatsekretär erkoren. 732 wurde er Reichskanzler und dazu von Karlmann zum 742 Bischof von Metz berufen. Er setzte sich für die Selbständigkeit der fränkischen Kirche ein, ohne deren Verbindung zu Rom preiszugeben, baute die kirchliche Organisation weiter aus, gründete und erneuerte zahlreiche Klöster, darunter 748 die Abtei Gorze bei Metz als Musterkloster für eine enge Bindung der Kommunität an den Bischof und Ausgangspunkt der Reformen von GorzeDie Reformen von Gorze gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Gorze in Lothringen. Sie standen im Gegensatz zur den Reformen von Cluny; ihr Ziel war ein Mönchtum unter weltlicher Herrschaft, befreit von der Einflussnahme des Papstes. Die Reformen von Gorze kamen v.a. in Lothringen zum Tragen; entsprechende Reformen in Deutschland gingen aus vom reformierten Kloster St. Maximin in Trier.. Im Auftrag von Pippin dem Jüngeren reiste er 753 zu Papst Stephan II. (III.) nach Rom, um diesen zu den Verhandlungen mit dem Frankenkönig und dessen Salbung über die Alpen nach Ponthion an die königliche Residenz zu geleiten; dem Papst wurde der Beistand des fränkischen Reiches gegen die Lombarden zugesagt. 754 wurde Chrodegang vom Papst mit dem Pallium ausgezeichnet und damit zum Nachfolger von Bonifatius als Erzbischof von Austrasien berufen.
Unter Chrodegang wurde Metz
zum Vorbild einer Bischofsstadt im Frankenreich. Für die KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.
in Metz schuf er Normen des gemeinsamen Lebens
, die er um 755 in der
Regula canonicorum
niederlegte; diese normierte das gemeinsame Leben
in der Feier des Gottesdienstes, in der Bindung an Arbeit und Gebet, der Gewährung
gemeinsamer Wohnung, Nahrung und Kleidung aus dem Kirchengut; die nach diesem
Kanon
lebenden Gesitlichen nannte man nun Kanoniker.
Chrodegangs Regel wurde das Vorbild der späteren Regeln für Kanoniker, gefördert
durch Pippin und Karl den Großen
und 816 in die Statuten der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
von Aachen
aufgenommen; noch um 1000 wurde eine Übersetzung ins Altenglische verfasst. In der
Liturgie verfügte Chrodegang die Anpassung an Rom,
liturgische Texte und Choräle wurden nun in ihrer römischen Form
und Vortragsweise gegeben. Metz wurde das Zentrum der Reformen im Frankenreich,
zugleich Ort des theologischen und wissenschaftlichen Wirkens. 761 sandte er
Mönche aus Gorze
ins Kloster Gengenbach,
764/765 in die Neugründung Lorsch,
wo er auch seinen Bruder Gundeland als ersten Abt einsetzte.
Chrodegang wurde im von ihm gegründeten Kloster Gorze bestattet. Paulus der Diakon verfasste Chrodegangs Lebensgeschichte.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon