Ökumenisches Heiligenlexikon

Chrysogonus

Gedenktag katholisch: 24. November
     bedacht im EucharistischenEucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I
     und im Ambrosianischen Hochgebet I
Gedenktag orthodox: 22. Dezember
Name bedeutet: der aus Gold Geborene (griech. - latein.)
Märtyrer
* in Rom
† daselbt
oder um 303 in Aquileia in Italien
Kartenskizze

Meister der Tegernseer Passion: Altar (Ausschnitt) mit der Kreuzabnahme Christi, Chrysogonus (oben) und Castorius (unten), 1440 - 45, Alte Pinakothek in München

Meister der Tegernseer Passion: Altar (Ausschnitt) mit der Kreuzabnahme Christi, Chrysogonus (oben) und Castorius (unten), 1440 - 45, Alte Pinakothek in München   

Der Legende nach war Chrysogonus der Lehrer der Anastasia und ihrer Mutter in Rom. Die Christenverfolger schlossen ihn demnach lange ins Gefängnis, wohin ihm Anastasia Nahrung brachte. Als diese nun selbst von ihrem Mann eingesperrt und durch Hunger bezwungen werden sollte, schrieb sie an Chrysogonus. Seine tröstenden und stärkenden Antworten überliefert die Legenda Aurea. Kaiser Diokletian ließ Chrysogonus nach Aquileia bringen und bot ihm dort eine Beamtenstelle an, wenn er von seinem Glauben lasse. Chrysogonus verzichtete und wurde enthauptet, sein Leichnam wurde ins Meer geworfen, von der Flut aber wieder angespült - oder von Fischen ans Ufer getragen - und von einem alten Priester namens Zoilus begraben.

Die Tradition in Aquileia berichtet, Chrysogonus sei vor 314 Bischof von Aquileia gewesen und in den Verfolgungen unter Kaiser Diokletian durch Enthauptung gestorben.

Chrysogonus' Legende verbindet zwei Heilige gleichen Namens, der eine in Rom, der andere in Aquileia verehrt. Das Martyrologium des Hieronymus nannte noch beide nebeneinander am 24. September. Offenbar gab es eine doppelte Überlieferung, die mit der Zeit vereinigt wurde: der römische Chrysogonus ist durch eine der ältesten Kirchen von Rom, der Anfang des 4. Jahrhunderts über einer alten Aula errichteten S. Crisogono in Trastevere, geweiht an einem 24. November und erstmals 499 mit seinem Namen erwähnt, bezeugt; der norditalienische Chrysogonus ist archäologisch belegt, aber ohne Tag; er ist sechs Mal im Martyrologium des Hieronymus genannt und auf den Mosaiken in S. Apollinare Nuovo in Ravenna in der Mitte des 6. Jahrhunderts dargestellt. Ein Bischof Chrysogonus ist aber in Aquileia nicht nachzuweisen.

Der römische Chrysogonus fand bald seinen Eintrag im römischen und im ambrosianischen Messbuch sowie 505 im Kalender in Karthago, im 9. Jahrhundert in in Neapel, dann auch im fränkischen Raum. Die ihm geweihte Kirche in Rom wurde im 5. / 6. Jahrhundert zur Basilika ausgebaut, von Papst Gregor III. weiter ausgestattet und 1127 zur dreischiffigen Kirche vergrößert.

Der Sarg des Chrysogonus aus Aquileia steht in der Kirche San Proto in San Canzian d'Isonzo bei Triest. Reliquien wurden im 11. Jahrhundert nach Verona gebracht, von dort mit denen des Castorius nach Tegernsee.

Attribute: als Soldat, mit Anastasia

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.newadvent.org/cathen/03742b.htm
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XV, Herzberg 1999
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Claudio Magris: Ein Nilpferd in Lund. Carl Hanser München 2009
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994


W3C