Ökumenisches Heiligenlexikon

Claudius von Rom

Gedenktag katholisch: 8. November
Gedenktag orthodox: 18. Dezember
Name bedeutet: der Hinkende /
aus dem (altröm.) Geschlecht der Claudier (latein.)
Märtyrer
† um 304 in Sirmium heute Sremska Mitrovica in Serbien (?)
Kartenskizze

Claudius, Castorius, Nicostratus und Symphorianus, die vier Gekrönten, wurden der Legende nach unter Kaiser Diokletian gemartert, indem man ihnen Ringe mit scharfen Spitzen in den Kopf schlug, weil sie sich in den Steinbrüchen Pannoniens weigerten, Götzenbilder zu meißeln. Berichtet wird vom Martyrium in einem Kessel mit kochender Flüssigkeit, der Marter mit Skorpionen und von ihrer Versenkung im Meer.

Niccolò di Pietro Gerini (1368 - 1415): Die Hinrichtung der 'vier gekrönten', Museum of Art in Birmingham, Alabama / USA

Niccolò di Pietro Gerini (1368 - 1415): Die Hinrichtung der vier Gekrönten, Museum of Art in Birmingham in Alabama / USA   

== Simplicianus soll durch sie bekehrt worden sein. Die aus dem Wasser gezogenen Leichname sollen in Rom in der Katakombe von Marcellinus und Petrus an der Via Labicana bestattet und von da in die Kirche SS. Quattro Coronati, der vier Gekrönten, überführt worden sein.

Als Gruppe Quattuor Coronati wurden Märtyrer ab Mitte des 6. Jahrhunderts in Rom verehrt. Ab Mitte des 7. Jahrhunderts werden die vier Namen genannt, wobei ein Verzeichnis noch Simplicianus hinzufügt. Ihre erste Verehrungsstätte in der Katakombe von Marcellinus und Petrus wurde wohl im 4. Jahrhundert angelegt und im 6. oder 7. Jahrhundert erneuert.

Die Namen der vier Märtyrer, zusätzlich der eines Victorinus, werden auch in den Akten des Sebastian in der 1. Hälfte des 5. Jahrhunderts genannt; hier wird ihr Ertränken im Meer berichtet, weil es offenbar keine Reliquien gab. Die um 500 zu datierende Leidensgeschichte des Steuerbeamten Porphyrius berichtet ihr Martyrium in Sirmium - dem heutigen Sremska Mitrovica in Serbien. Im 6. Jahrhundert wurde versucht, diese Überlieferung mit der römischen zu vereinen: Papst Miltiades habe angeordnet, vier namentlich unbekannte Offiziere aus der Katakombe von Marcellinus und Petrus unter diesen Namen zu verehren.

Weil die Überlieferung so viele Unsicherheiten brgt, wurden die Quattuor Coronati 1969 aus dem römischen Festkalender gestrichen, aber 2001/2004 wieder ins Martyrologium aufgenommen.

Attribute: Säule
Patron der Steinhauer, Bildhauer und Marmorarbeiter; der Bauhütten; des Viehs

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000



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