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Fresko in der Kirche von SS.
Giovanni e Paolo in Rom, aus dem 4. Jahrhundert:
Crispin und Crispinianus mit Benedicta

Die Legende berichtet von Crispin und seinem Bruder Crispinianus, den Söhnen einer vornehmen römischen Familie, dass sie vor der Verfolgung unter Kaiser Diokletian zusammen mit dem Sohn eines römischen Senators nach Soissons flohen, um dort als Glaubensboten zu wirken. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie als Schuhmacher, den Armen machten sie unentgeltlich Schuhe, wodurch sie viele für den Glauben gewannen. In den Christenverfolgungen unter Kaiser Maximinian wurden sie vom Präfekten Rictiovarus verhaftet und gefoltert: er ließ ihnen Pfrieme unter die Fingernägel stecken, sie mit flüssigem Blei übergießen, sie ins Feuer und mit einem Mühlstein beschwert ins eiskalte Wasser des Flusses Aisne werfen, schließlich enthaupten; andere Überlieferungen berichten, dass ihnen wie Bartholomäus die Haut bei lebendigem Leibe abgezogen wurde.
Petrus von Saluzzo: Crispinus und Crispinianus als Schuhmacher, 15. Jahrhundert,
in der Johanneskirche in Saluzzo

An der Stelle des Martyriums von Crispin und Crispinianus wurde schon im 6. Jahrhundert eine Basilika erbaut, die Gregor von Tours erwähnte - heute die Basilika SS. Giovanni e Paolo; weil ihr Andenken mit dem von Johannes und Paulus von Rom verbunden war, ist auch ihr Gedenktag dort am 27. Juni. Reliquien der beiden wurden 570 durch König Sigibert I. aus Soissons in sein Jagdgebiet - im heutigen Lisdorf bei Saarlouis - gebracht und dort am 25. Oktober 570 durch Bischof Petrus von Metz in einem Festgottesdienst in den Altar der neu geweihten Kirche eingemauert. Weitere Reliquien kamen im 9. Jahrhundert nach Osnabrück. Von hier breitet sich ihre Verehrung in Europa aus, sie sind im Kalender von St. Gallen und Köln verzeichnet.
Im 3. Aufzug der Meistersinger von Nürnberg
von Richard Wagner singt die aufmarschierende Schusterzunft:
Sankt Crispin war gar ein heilig Mann, / zeigt, was ein Schuster kann.
Die Armen hatten gute Zeit, / macht ihnen warme Schuh.
Und wenn ihm keiner's Leder leiht / so stahl er sich's dazu.
Attribute:
Schuhmacherwerkzeug
Patrone
von Osnabrück
und Soissons;
der Schuhmacher, Sattler, Gerber, Schneider, Weber und Handschuhmacher; zweite Patrone
des Bistums Osnabrück
Bauernregel:
Am Tage von Crispin / sind die letzten Fliegen hin.
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