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Russische Ikone: Athanasios
und Cyrill (rechts) 
Der hervorragend ausgebildete Cyrill wurde nach einer Zeit des Lebens als
Einsiedler 412 zum Patriarchen von Alexandria
gewählt als Nachfolger seines Onkels Theophilos, den er 403 schon zur
Eichen-
SynodeSynode (altgriech. fĂĽr Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
nach Chalkedon - den heutigen Stadtteil Kadıköy
in ĂŤstanbul - begleitet hatte. Er war ein groĂźer Theologe, der sich sein Leben
lang der Bibelauslegung und der Verteidigung der Glaubenslehre widmete; er
kämpfte gegen die Irrlehren des Arianismus
und des Nestorianismus
und fĂĽr die Bezeichnung der Maria als
Gottesgebärerin
.
Cyrills Theologie war an den Lehren des Athanasios
von Alexandria ausgerichtet. Er sprach von der vernunftbegabten menschlichen
Seele Christi und in einem
Brief an Nestorius erklärte er die Einheit der Personen in Christus so,
dass der sich auch im Leiden seine göttliche Natur bewahrt habe und sich
das menschliche Leiden dennoch so sehr angeeignet habe, dass auch dieses
wesensmäßig zu ihm gehöre. Er betont widerholt die volle Einheit des Seins
bei Christus im Gegensatz zur von Nestorius vertretenen, nur
moralischen
Einheit. Beide Kontrahenten wandten sich an Rom,
Papst Coelestin I. entschied 430 gegen Nestorius:
Cyrill erhielt den Auftrag, Nestorius als Patriarchen von Konstantinopel
abzusetzen, falls der nicht binnen 10 Tagen widerrufe. Cyrill hielt daraufhin
eine SynodeSynode (altgriech. fĂĽr „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
ab, die seiner Verwerfung von 12 Sätzen des Nestorius zustimmte.
Auf Nestorius' Bitte berief Kaiser Theodosios II. 431 das Konzil
von Ephesus ein, das Cyrill leitete. Cyrill eröffnete es noch vor dem
Eintreffen der orientalischen Bischöfe, fungierte als unerbittlicher Vorsitzender
und setzte so durch, dass Nestorius' Lehren
verworfen wurden. Die Vertreter aus Antiochia - dem heutigen Antakya
- stimmten nicht zu und hielten ein Gegenkonzil ab, 433 einigte sich Cyrill mit
ihnen auf die Unionsformel der Lehrer aus Antiocha an, wonach Christus
doppelt wesensgleich
, nämlich mit Gott und mit den Menschen, aber
dennoch einer ist; er hielt aber an der Rede von der einen menschgewordenen
Natur des Logos
und der Gottesgebärerin
Maria
fest; das in Christus existierende vollständige Menschliche mochte er nicht als
Natur bezeichnen. Diese Lehre wurde beim Konzil
von Chalkedon 451 bestätigt.
Kaum ein anderer hat die Grundentscheidungen der frühen Konzile so geprägt wie Cyrill. Als Folge seiner eindeutigen Position entstand aber eine eigenständige nestorianische Kirche und kam es zur Spaltung mit den monophysitischen Kirchen wie der Syrisch-Orthodoxen Kirche, der Koptischen oder der Armenischen Kirche.
Cyrill verfolgte einen gnadenlosen Kurs gegen alle, deren Standpunkte er als unverträglich mit der christlichen Gemeinde der Stadt erachtete. So veranlasste er die Plünderung und Schließung der Kirchen der christlichen Gruppe, die von dem römischen Priester Novatian im 3. Jahrhundert gegründet wurden. Als Vergeltung für jüdische Angriffe forderte er die Christen von Alexandria zu einem Judenpogrom auf, der das Ende der jüdischen Gemeinde in dieser Weltstadt bedeutete; dabei wurde 415 auch die berühmte Philosophin Hypatia umgebracht, die sogar vom Gelehrten == Sokrates Scholasticus als schöne, weise und tugendhafte Frau gerühmt worden war, Ihre Wesenszüge gingen in die Legende der Katharina von Alexandria ein.
Im Kampf gegen das von Antonius
begründete ägyptische Mönchstum vermischten sich bei Cyrill machtpolitische
Motive und Sorge um den rechten Glauben. Den mönchischen Kreisen wird anlässlich
seines Todes das Zitat zugeschrieben: Endlich, endlich ist dieser schlimme Mann
gestorben. Sein Abschied erfreut die Lebenden, aber er wird die Toten betrĂĽbt
haben.
Cyrill Verehrung beruht weniger auf seinen Taten als auf seiner theologischen
Klarheit und seiner fundierten Bibelauslegung, die in seinen Schriften belegt ist.
Schon sein frĂĽhes Werk Ăśber Anbetung und Verehrung in Geist und Wahrheit
zeigt Ideenreichtum und Scharfsinn. Er verfasste eine
Auslegung des Propheten Jesaja, einen
Kommentar zu den zwölf kleinen Propheten und einen umfangreichen Kommentar zum
Evangelium des Johannes. Von seiner
Widerlegung der drei Bücher des Kaisers Julian Apostata Gegen die Galiläer
sind die ersten 10 BĂĽcher und weitere Fragmente erhalten, auĂźerdem die
Osterfestbriefe fĂĽr die Jahre 414 bis 442.
Kanonisation:
Cyrill wurde 1882 von Papst Leo XIII. zum Kirchenlehrer
ernannt, in der orthodoxen Kirche
zählt er zu den Kirchenvätern.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Werke von Cyrill auf Deutsch
gibt es in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon