Ökumenisches Heiligenlexikon

Cyrill von Jerusalem

Gedenktag katholisch: 18. MĂ€rz
     nicht gebotener Gedenktag
     in Mailand: 9. April
Gedenktag evangelisch: 18. MĂ€rz
Gedenktag anglikanisch: 18. MĂ€rz
Gedenktag orthodox: 18. MĂ€rz
                                            7. Mai
Gedenktag armenisch: 18. MĂ€rz
     liturgische Feier am 2. Samstag der Fastenzeit und
       am 6. Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
Gedenktag koptisch: 18. MĂ€rz
Name bedeutet: der Herrliche (griech.)
Bischof von Jerusalem, Kirchenlehrer
* um 314 in Jerusalem (?) in Israel
† 18. MĂ€rz 386 (?) daselbst
Kartenskizze

Cyrill war Sohn christlicher Eltern, ein gebildeter Jerusalemer, Priester und ein guter Prediger, der Anerkennung und Achtung genoss und um 349 als Nachfolger von Maximus Bischof von Jerusalem wurde, eingesetzt durch Metropolit Achatius von CĂ€sarea, einem AnhĂ€nger des Arianismus. Cyrill wurde immer wieder in die Auseinandersetzungen um den Arianismus hineingezogen und deshalb dreimal verbannt: 357 bis 359, 360 bis 362 nach einer Verurteilung durch Achatius mit dem Vorwurf der Ketzerei und der Unterschlagung von KirchengĂŒtern, um Armen zu helfen, 367 bis 378 unter Kaiser Valens; er verbrachtealso fast die HĂ€lfte seines Episkopates im Exil. Solche Glaubensstreitigkeiten waren oft das Feigenblatt fĂŒr Machtpolitik, denn Cyrill stand den BeschlĂŒssen des 1. Konzils von NicĂ€a lange Zeit fern; auf dem 2. ökumenischen Konzil in Konstantinopel 381, an dem er teilnahm, vertrat er aber die Mehrheitsmeinung und wurde als rechtglĂ€ubig anerkannt.

Erhalten ist ein Brief an Kaiser Konstantius II. ĂŒber eine Erscheinung des Kreuzes Christi am 7. Mai 351. 362 widersetzte er sich der Absicht von Kaiser Julian, den Tempel in Jerusalem wieder herzustellen. Von ihm stammt wohl die Liturgie fĂŒr die Messen in der von Kaiser Konstantin errichteten Grabeskirche, die sich durch Wallfahrer dann in der gesamten Kirche verbreitete. Er forderte fĂŒr seinen Sitz Metropolitenrechte und bereitete so das spĂ€tere Patriarchat vor.

24 große Ansprachen von Cyrill sind erhalten, sie gehören zu den wichtigen frĂŒhchristlichen Zeugnissen ĂŒber Taufe und Abendmahl. Seine 13 Katechesen fĂŒr Taufbewerber legten wĂ€hrend der Fastenzeit das Glaubensbekenntnis aus; weitere fĂŒnf Katechesen erklĂ€rten den Neugetauften wĂ€hrend der Osterwoche die Sakramente. * Cyrill gebrauchte dabei erstmals den Begriff der Wandlung der Elemente bei der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ΔυχαρÎčστΔÎčΜ, Dank sagen” - vergegenwĂ€rtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23..

Kanonisation: Cyrill wird in der Ostkirche als Kirchenvater verehrt. 1883 wurde er von Papst Leo XIII. zum Kirchenlehrer ernannt.

* Diese 5 Katechesen liegen vor in einer Fassung, die möglicherweise von Cyrills Nachfolger Johannes II. ĂŒberarbeitet wurde.

Stadlers VollstÀndiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Werke von Cyrill auf Deutsch gibt es in der Bibliothek der KirchenvÀter der Université Fribourg.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
‱ Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, MĂŒnchen 2001
‱ Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
‱ Lexikon fĂŒr Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
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