Ă–kumenisches Heiligenlexikon

Damasus I.

Gedenktag katholisch: 11. Dezember
     nicht gebotener Gedenktag
Gedenktag armenisch: 11. Dezember
Name bedeutet: der Diamantene (latein.)
Bischof von Rom
* um 305 in Rom
† 11. Dezember 384 in Rom

Der Sohn des - wohl aus Spanien stammenden - Diakons - möglicherweise auch Bischofs - Antonius und der Mutter Laurentia, wurde Diakon beim römischen Bischof Liberius. Als dieser wegen seiner Ablehnung des Arianismus von Kaiser Konstantius II. aus Rom ins Exil vertrieben wurde, begleitete ihn Damasus zunächst, unterstĂĽtzte dann aber den als Gegenpapst eingesetzten Felix II. Nach Liberius' Tod wurde er 366 als Damasus I. zu dessen Nachfolger gewählt; eine Minderheit hatte schon zuvor aber Ursinus gewählt. Kämpfe und blutige Auseinandersetzungen folgten - zuletzt in der Basilika Liberii (auch Sicinini) - wohl die von Bischof Liberius erbaute heutige Kirche S. Maria Maggiore - mit mehr als 100 Toten; die Unruhen nahmen erst nach zwei Jahren durch das Eingreifen des Kaisers ein Ende, Ursinus musste weichen. Die Gegner machten Damasus aber lange noch das Leben schwer; 377 wurde er des Mordes bezichtigt, eine von ihm einberufene SynodeSynode (altgriech. fĂĽr „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. sprach ihn aber frei.

Damasus unterstĂĽtzte Bischof Paulinus von Antiochia in seinem Kampf gegen den Arianismus, aber Basilius beklagte die fehlende UnterstĂĽtzung fĂĽr Meletius in dieser Frage.

Damasus bewirkte den Ausbau der kirchlichen Vorrangstellung von Rom, wobei er mit diplomatischem Geschick noch den Einfluss von Ambrosius in Mailand gelten lieĂź. Der Kaiser sagte Damasus seine UnterstĂĽtzung zu fĂĽr die DurchfĂĽhrung kirchlicher Prozesse und anerkannte seine Gerichtshoheit ĂĽber die Kirche des Westens. Damasus' Briefe an gallische Bischöfe haben denn auch schon die Form eines Dekrets. Als das 1. Konzil von Konstantinopel 381 dem Bischof von Konstantinopel - dem heutigen ĂŤstanbul - einen Ehrenprimat zusprach, weil die Stadt das neue Rom sei, reagierte Damasus 382 auf einer SynodeSynode (altgriech. fĂĽr „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Rom mit dem Hinweis auf die Beauftragung von Petrus durch Jesus im Matthäusevangelium 16, 18; zum ersten Mal wurde diese Bibelstelle ausdrĂĽcklich auf den Bischof von Rom bezogen und so dessen Vorrangsstellung vor allen anderen Bischöfen begrĂĽndet; als Untermauerung fĂĽhrte Damasus auch die Tatsache an, dass in Rom das Grab des Apostels Petrus sei; seitdem und bis heute trägt der Bischofssitz von Rom den offiziellen Titel Sedes apostolica, apostolischer Stuhl.

Buchseite „Epistola ad Damasum papam”, „Widmung fĂĽr Papst Damasus”, aus einer Evangelienhandschrift mit Hieronymus-Kommentaren, vor 950 in St. Gallen geschrieben, in der Stiftsbibliothek in St. Gallen

Buchseite Epistola ad Damasum papam, Widmung fĂĽr Papst Damasus, aus einer Evangelienhandschrift mit Hieronymus-Kommentaren, vor 950 in St. Gallen geschrieben, in der Stiftsbibliothek in St. Gallen   

Damasus beauftragte Hieronymus, eine allein gültige lateinische Übersetzung der Bibel zu fertigen; es entstand die Vulgata, die zur Festigung der Zentralstellung Roms beitrug und bis heute von höchster Bedeutung ist. Damasus trat für den Zölibat ein und verpflichtete verheiratete Priester zur Enthaltsamkeit; seine Abhandlung über Jungfräulichkeit als Lebensform für Christen ist verloren und nur noch über Hieronymus bekannt. Seine Epigramme zeugen von der Verehrung der Märtyrer in Rom. Er beauftragte viele kirchliche Bauten in Rom, darunter die von ihm Laurentius, geweihte und heute auch seinen Namen tragende Basilika S. Lorenzo in Damaso ●, und besonders ließ er die Gedenkstätten der Märtyrer ausbauen. 59 Inschriften an kirchlichen Stätten wurden von ihm selbst verfasst.

Patron gegen Fieber

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Adolf v. Harnack: Die Mission und Ausbreitung des Christentums. J. C. Hinrich, Leipzig 1924
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Ursula Reutter: Damasus, Bischof von Rom (366-384). Leben und Werk. Mohr Siebeck, Tübingen 2009
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