Ökumenisches Heiligenlexikon

Daniel Stylitis
auch: von Konstantinopel

Gedenktag katholisch: 11. Dezember

Gedenktag orthodox: 11. Dezember

Gedenktag armenisch: 11. Dezember

Name bedeutet: mein Richter ist Gott (hebr.)

Mönch, Säulensteher, Priester
* um 409 in Maratha in oder Meratha bei Samosata, später Samsat in der Türkei, heute im Atatürk-Staudamm versunken
† 493 in Anaplus, heute der Stadtteil Kuruçeşme in Ístanbul in der Türkei

Kartenskizze Kartenskizze

Daniel soll mit 12 Jahren in ein Kloster eingetreten sein. Als er seinen Abt auf einer Reise nach Antiochia - dem heutigen Antakya in der Türkei - begleitete, konnte er den berühmt gewordenen Säulensteher Simeon kennen lernen. Seit 451 lebte er dann selbst bei Anaplus am Bosporus - dem heutigen Stadtteil Kuruçeşme in Istanbul - auf einer Säule in strenger Askese und zog eine große Schar von Schülern an. Kaiser Leon I. stiftete ihm noch eine weitere Säule neben der ersten und ließ dorthin die Reliquien des älteren Simeon Stylites aus Antiochia übertragen; auf Wunsch des Kaisers musste der Patriarch Gennadius I. von Konstantinopel Daniel zum Priester weihen.

Berichtet wird, dass Daniel sich gegen die Preisterweihe sträubte und verhinderte, dass eine Leiter an seine Säule angelegt werden konnte, woraufhin der Patriarch keine Handauflegung vornehmen konnte und deshalb Daniel auch ohne Handauflegung zum geweihten Priester erklärte. Als der Sturm Daniel in einer kalten Nacht im Winter sein Pelzgewand wegblies, wurde er morgens fat erfroren aufgefunden; er willigte nun ein, dass eine kleine Zelle auf seiner Säule errichtet wurde. Nur einmal in 33 Jahren verließ er die Säule, um für die Beschlüsse des Konzils von Chalkedon zu werben und Patriarch Achatius zu unterstützen.

Sein Grab fand Daniel am Fuß seiner Säule.

Die erste Vita über Daniel stammt aus dem 7. Jahrhundert, eine zweite Vita, die Simeon Metaphrastes zugeschrieben wird, stammt aus dem 10. Jahrhundert. Das Kloster, das Daniels Schüler in Anaplus - dem heutigen Stadtteil Kuruçeşme in Istanbul - gründeten, bestand bis ins 13. Jahrhundert.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon


Quellen:
• http://ocafs.oca.org/FeastSaintsViewer.asp?FSID=100212
• http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/10/seite/0351/meyers_b10_s0351.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
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