Ökumenisches Heiligenlexikon

Demetrios von Saloniki
auch: Dimitri, Dimitrios

Gedenktag katholisch: 9. April
vor der Kalenderreform      Nach Abschluss und im Auftrag des => 2. Vatikanischen Konzils wurde im Jahr 1969 eine Liturgiereform in der römisch-katholischen Kirche durchgeführt; in diesem Rahmen wurden auch Änderungen im Römischen Generalkalender vorgenommen; der erneuerte wurde mit dem 1. Januar 1970 in Kraft gesetzt.: 8. Oktober

Gedenktag orthodox: 26. Oktober

Gedenktag armenisch: 26. Oktober
liturg. Feier am 9. Dienstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag

Gedenktag koptisch: 26. Oktober

Name bedeutet: Sohn der (griechischen Erdgöttin) Demeter (griech.)

Märtyrer
† um 304 in Sirmium, heute Sremska Mitrovica in Jugoslawien (?)
oder in der Achaia in Griechenland

Kartenskizze Kartenskizze

In der Überlieferung über Demetrios vereint sich wohl die von drei verschiedenen Personen: Erstens die eines Märtyrers aus Thessaloniki unter Kaiser Maximianus, der in der Christenverfolgung Anfang des 4. Jahrhunderts im Kerker erstochen wurde, weil er die Christen während der Verfolgung im Glauben bestärkt hatte; zweitens die eines Diakons aus Sirmium - dem heutigen Sremska Mitrovica in Serbien; drittens die eines weiteren Diakons slawischer Abstammung in Pannonien - der damaligen römischen Provinz im heutigen Ungarn.

Demetrios ist einer der am meisten verehrten Heiligen der Ostkirche, vor allem in Griechenland und besonders in Thessaloniki, durch Wallfahrer aber auch in der westlichen Kirche verbreitet. Der Legende nach war er ein Bruder von Georg. Wohl wegen der Plünderung von Sirmium - dem heutigen Sremska Mitrovica in Serbien - durch die Hunnen um 441/442 wurden Gebeine von dort nach Thessaloniki überführt, nach der Verlegung der Präfektur von Sirmium nach Thessaloniki wurde 535 Thessaloniki zum Zentrum der Verehrung des Heiligen. Der altserbische Name von Sirmium erinnerte an den Heiligen: er lautete Dimitrovce, ungarisch Szava Szent-Demeter, civitas S. Demetrii in lateinischen Quellen des 13. bis 15. Jahrhunderts. Im 9. Jh. führten die Slavenlehrer Cyrillus und Methodius die Verehrung von Demetrios in Mähren und Pannonien ein.

Nach Russland kam die Verehrung von Dimitri wohl aus Mähren, 1052 wurde das erste russische Kloster dieses Namens eröffnet. 1197 wurde eine Ikone von Thessaloniki nach Kiew gebracht. Klemens von Ochrid verfasste um 916 einen Lobpreis in altbulgarischer Sprache. Auch in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul in der Türkei - wurde Demetrios verehrt; infolge der Kreuzzüge verbreitete sich der Kult auch im Westen; Zeuge ist z.B. der Schrein für Anno von Köln in Siegburg.

Reliquienschrein in der Krypta der Demitrios geweihten Basilika in Thessaloniki

Reliquienschrein in der Krypta der Demetrios geweihten Basilika in Thessaloniki

Im 5. Jahrhundert wurde Demetrios zu Ehren in Thessaloniki eine Kirche erbaut. Sein Grab wurde im Mittelalter ein bedeutender Wallfahrtsort, aus ihm fließt bis heute in den Tagen vor seinem Fest ein für heilkräftig erachtetes Öl, das täglich mehr duftet. Am Festtag wird der Schrein geöffnet und innerhalb weniger Sekunden duftet die ganze Kirche vom Wohlgeruch. Anschliessend ist eine Prozession in der Stadt, dabei erfüllen sich die Gassen von diesem Duft. Noch heute sind ihm allein in Griechenland über 200 Kirchen geweiht. Er gehört zu den Heiligen Rittern, die in verschiedener Zusammenstellung vorkommen und ist der volkstümlichste Kriegsheilige der Orthodoxen Kirchen.

Attribute: als Soldat, Schwert, Lanze, Pfeile
Patron von Venedig, Thessaloniki und Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul; der Soldaten

Die englische Übersetzung aus den Acta Sanctorum und viele Bilder von Demetrios gibt es auf der Seite der University College Cork.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon


Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.travel-guide-greece.com/greece-guide/Thessaloniki/Thessaloniki.asp
• Sara Franz, E-Mail vom 16. Oktober 2006
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
© www.heiligenlexikon.de