Ökumenisches Heiligenlexikon

Disibod

Gedenktag katholisch: 8. Juli
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Speyer

Name bedeutet: der Gebieter des Volkes (althochdt.)

Einsiedler, Bischof (?)
* in Irland oder Schottland
† im 7. Jahrhundert auf dem heutigen Disibodenberg an der Nahe in Rheinland-Pfalz

Kartenskizze Kartenskizze

Disibod war der Überlieferung nach Mönch, der als Einsiedler auf dem heutigen Disibodenberg an der Nahe lebte und hier eine Taufkapelle errichtete. Um ihn scharten sich Anhänger, es bildete sich eine Klostergemeinschaft, deren Vorsteher Disibod wurde. Von dem später nach ihm benannten Berg aus begann die Christianisierung des Nahelandes.

Über Disibod erzählte erstenmals das Martyrologium des Hrabanus Maurus um 850.

Die Benediktinerabtei Disibodenberg - auch Disenberg - wurde unter Erzbischof Hatto II. von Mainz 969 aufgelöst. Bald darauf gründete Erzbischof Willigis von Mainz dort ein Chorherrrenstift, das 1095 durch Erzbischof Ruthard wieder zum Benediktinerkloster wurde. Hildegard von Bingen verfasste Mitte des 12. Jahrhunderts die historisch wertlose Biografie von Disibod, als sie selbst im Frauenkonvent auf dem Disibodenberg lebte. Das Kloster kam 1259 an den Zisterzienserorden und wurde 1559 aufgehoben.

Catholic Encyclopedia


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.disibodenberg.de/geschichte/
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
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