Gedenktag katholisch: 14. April
Name bedeutet: stark wie ein Eber (althochdt.)
Münster im Kloster Salem

Eberhard war Zisterzienser und von
1191 bis zu seinem Tod - also 50 Jahre lang - Abt des Klosters
Salem. Er führte es zu großer Blüte. 1201 traf er auf dem Reichstag in Ulm
mit Erzbischof Eberhard II. von Salzburg
zusammen; der Erzbischof übernahm ein besonderes Schutzmandat für Salem und
schenkte dem Kloster eine Salzgrube in Waltbrunnen
bei Hallein. Der Herzog von Bayern sicherte dem Kloster freies Geleit zu, so
konnte es ohne Zoll das Salz nach Salem bringen. Der dadurch wachsende Wohlstand
versetzte das Kloster bald in die Lage, den Besitz bis an die Donau und nach
Esslingen
am Neckar im Norden sowie bis nach Chur
in Graubünden im Süden auszudehnen. In Städten wie Überlingen,
Konstanz,
Esslingen, Ulm u.a. besaßen die Verwaltungshäuser des Reichsstiftes, die
Salmannsweiler Höfe
, besondere Privilegien wie Steuer-, Zoll- und
Abgabenfreiheit. Das aufblühende Kloster förderte Kunst und Wissenschaft.
Salemer Pfleghof in Esslingen, erbaut unter Eberhard von Salem, erstmals urkundlich erwähnt 1229
Der Historiker Arno Borst schildert in seinem Buch Mönche am Bodensee
das
karge Leben der Zisterzienser zur Zeit
des Abtes Eberhard: Benedikt
von Nursia hatte seine Regel auf den Süden Italiens zugeschnitten, Wilhelm
von Hirsau die Reformen von HirsauDie Reformen von Hirsau gingen im 11. / 12. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Hirsau im Schwarzwald. Sie nahmen die Reformen von Cluny auf, ohne aber deren Orientierung auf das zentrale Mutterkloster zu übernehmen. Das Ziel der von Abt Wilhelm verfassten „Consuetudines Hirsaugienses” war die strenge Lebensweise der Mönche wie in Cluny im Hinlick auf Tagesablauf und Liturgie sowie die Organisation der Klostergemeinschaft. Die Rechte der Bischöfe und Vögte wurden - entgegen den ursprünglichen Zielen - nicht eingeschränkt.
für den kalten Schwarzwald
abgemildert; die Zisterzienser befolgten sie, als schiene in Oberschwaben immer
die Sonne. Die am längsten benutzten Räume, Klosterkirche und Schlafsaal, waren
ungeheizt. Die maximale Aufenthaltserlaubnis in der Wärmestube betrug für
Gesunde täglich eine halbe Stunde, nachts war die Wärmestube geschlossen,
geöffnet war sie nur von Ende Oktober bis Ende April. Im übrigen Jahr ist der
Ofen aus,
und wenn es noch so kalt wird
. Die Körperpflege wurde gegenüber
Hirsauer Bräuchen eingeschränkt, als führte sie nur zur Verweichlichung. Warme Bäder
waren für Gesunde verboten, neben der Krankenküche stand ein einziger Badezuber
für Kranke. Am Lavabo, dem romantischen Brunnen beim Kreuzgang, wusch man vor
jeder Mahlzeit die Hände, an jedem Morgen den Kopf, an jedem Samstag die Füße.
Rasur war bloß achtmal jährlich erlaubt. Die Mönche rasierten sich gegenseitig
mit Schermessern, die der Klosterschmied hergestellt hatte, keine
Präzisionsinstrumente. Die Kleidung war rauh und dünn; Mäntel, Pelzkragen und
Unterkleider, wie man sie in Hirsauer Klöstern trug, waren verboten. Die Kutten
bestanden aus heimischer Wolle, kratzig und ungefärbt. Wenn sie, was selten
geschah, gewaschen wurden, nahmen sie die weiße Färbung von Drillichen an. Die
Schuhe wurden aus Kuhleder verfertigt.
Das Schlimmste war der Hunger bei gleichzeitiger Arbeitsbelastung. Auch hier
wurden HirsauerDie Reformen von Hirsau gingen im 11. / 12. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Hirsau im Schwarzwald. Sie nahmen die Reformen von Cluny auf, ohne aber deren Orientierung auf das zentrale Mutterkloster zu übernehmen. Das Ziel der von Abt Wilhelm verfassten „Consuetudines Hirsaugienses” war die strenge Lebensweise der Mönche wie in Cluny im Hinlick auf Tagesablauf und Liturgie sowie die Organisation der Klostergemeinschaft. Die Rechte der Bischöfe und Vögte wurden - entgegen den ursprünglichen Zielen - nicht eingeschränkt.
Milderungen verschmäht. Frühstück in Salem:
Fehlanzeige. Im Sommer während der Hauptarbeitszeit täglich zwei Mahlzeiten,
mittags Gemüse, grobes Gerstenbrot, Dickmilch und ein Stück Käse; abends
Milchsuppe. Im Winter eine Mahlzeit täglich, in der Fastenzeit auf den Abend
verlegt, tagsüber Hunger. Jeden Freitag in der Fastenzeit bloß Wasser und Brot.
Eine besondere Vergünstigung vor Ostern, an drei Wochentagen zusätzlich fünf
kleine Fische ohne Beigabe. Ein Zisterzienser verlor jeden Geschmack, zum
Beispiel konnte Bernhard
von Clairvaux Schweineschmalz nicht mehr von Butter unterscheiden.
Zusätzliche Lebensmittel aus Spenden kamen zu Eberhards Zeit kaum je auf den
Tisch, Fleisch, Fett und Eier gar nicht, lediglich für Kranke und Alte. Das
waren die wenigsten. Man hat ausgerechnet, dass die meisten Zisterzienser
mit achtundzwanzig Jahren starben; ihr Durchschnitt lag weit unter der
allgemeinen Lebenserwartung des zwölften Jahrhunderts, die mit 35 Jahren für
moderne Verhältnisse erschreckend niedrig war.
Nach Arno Borst liegt Eberhards Bedeutung darin, dass er das bisher kaum
geformte Gebiet zwischen Überlingen
und Ravensburg
- den alten Linzgau - wirtschaftlich, geistlich, politisch
erschlossen hat. Im
Jahr 1240 trat Eberhard wegen Altersschwäche von seinem Amt als Abt zurück. Nach
den Klosterchroniken starb er erst fünf Jahre später.