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Josef Pontiller wurde 1912 Benediktiner mit dem
Ordensnamen Edmund, 1916 zum
Priester geweiht und wirkte als Jugenderzieher bei den Kinder-Freunde-Benediktinern
in Innsbruck,
dann als er Präfekt an der Lehrlingsanstalt Kirchschletten
bei Bamberg, sodann als Erzieher am Studienseminar St. Godehard der Benediktinerabtei in
Niederaltaich.
Um ihn dort vor den Nachstellungen der Nationalsozialisten zu bewahren, wurde er in die
Schule und das Internat der Benediktinerabtei in Lambach
in Oberöstereich versetzt. Nach dem Anschluss
Österreichs an Nazi-Deutschland
übersiedelte Pontiller im Oktober 1938 in das Kloster Bakonybél
bei Zirc in Ungarn, wurde dann Hauskaplan bei der verwitweten Kronprinzessin von
Österreich-Ungarn, Stefanie von Belgien in Oroszvár - dem heutigen Rusovce,
einem Stadtteil von Bratislava in der Slowakei - und übernahm 1940 die Stelle des
Schlosskaplans bei Baron Biederman auf Schloss Szentegat
bei Szigetvar.
Im Mai 1944 entführten Gestapobeamte Pontiller aus Ungarn und überstellten ihn dem Landgericht in Wien. Im Oktober 1944 wurde er vor dem Volksgerichtshof angeklagt wegen Rundfunkverbrechen, Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung. Besonders wichtig war dabei ein Brief, den er Ende 1942 an den Benediktinerabt von Pannonhalma in Ungarn gerichtet hatte, in dem Pontiller die Naziverbrechen in Deutschland, vorab an Kranken und Priestern, schilderte. Er berichtete darin auch vom Hungertod des Abtes Bernhard Burgstaller aus der Zisterzienserordenabtei Wilhering bei Linz im Gefängnis. Am 15. Dezember 1944 wurde Pontiller in Berlin zum Tod verurteilt und dann im Gefängnis in München-Stadelheim enthauptet.
In
den Osttiroler Heimatblättern
veröffentlichte Edmund Pontillers Neffe Michael Pontiller
seine Recherchen zu Leben und Schicksal seines Onkels unter dem Titel Märtyrer
der Heimatkirche.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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