Gedenktag katholisch: 6. Oktober
Name bedeutet: die Unblutige (griech.)
Enimia-Statue und Wandbild mit Enimia als Bekämpferin des Drachens, in der
Kirche in Ste-Enimie

Enimia war der Überlieferung nach die Tochter von Merowingerkönig Chlothar II.
Die Legende erzählt, dass ihre Schönheit viele Brautwerber anzog, sie sich aber
zur Braut Christi erklärte;
zu ihrem Schutz schickte Gott ihr die Entstellungen der Lepra-Krankheit. Als
Enimia nach Jahren Gott um Heilung bat, zeigte ihr ein Engel die abgelegene, Burlatis
/ Burle
genannte Quelle, deren Wasser sie heilte. Als sie die Heimreise antreten
wollte, brach die Krankheit erneut aus, sie badete wieder im Wasser und wurde gesund.
Als dies zum dritten Mal geschah, verstand sie Gottes Wegweisung, blieb nun auf
Dauer und lebte - nur von ihrem Patenkind begleitet - in einer gerade neu
entdeckten Höhle, während ihr Hofstaat am Rande der Gorges du Tarn in Südfrankreich
blieb. Enimia aber vollbrachte viele Wunder und bekämpfte den Drachen.
Enimia stiftete dort das Kloster, dessen Abtissin sie wurde und aus dem der heute
nach ihr benannte Ort Ste-Enimie
wuchs.
Dorf Ste-Enimie mit der Tarn von Enimias Einsiedelei aus gesehen
Im 12. Jahrhundert wurde ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben; im 13. Jahrhundert verfasste der Mönch Bertran de Marseilha aus dem Kloster in Ste-Enimie in okzitanischer Sprache eine Dichtung in 2000 Versen, die ihr Leben pries. Nahe des Klosters wurde im 12. Jahrhundert die Kirche Notre-Dame-du-Gourg errichtet; in ihr erzählt eine Keramik-Darstellung, wie Enimia von Lepara befallen wurde, wie sie den Drachen bekämpfte und wie sie von Bischof Iler zur Äbtissin geweiht wurde. Jedes Jahr findet am ersten Sonntag von Oktober ein Pilgermarsch vom Dorf bis zur etwas oberhalb gelegenen Höhle statt, wo eine kleine Kapelle gebaut wurde.
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