Ökumenisches Heiligenlexikon

Ephrem der Kleine
georgischer Name: Mzire
auch: Karitsch'ißdse

Gedenktag orthodox: 18. Januar

Name bedeutet: der doppelt Fruchtbare (hebr.)

Mönch
† 1101

Ephrem wurde in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - ausgebildet. Im Jahre 1091 wurde er zum Hegumenos (Vorsteher) des Klosters von Kalipos auf dem Schwarzen Berg in Syrien gewählt, wo er seine Tätigkeit als Übersetzer begann. Er schuf eine eigene Theorie der Übersetzung, die auf drei maßgeblichen Grundsätzen fußt: jedes Werk muss aus der Ursprungssprache übersetzt werden; die Übersetzung muss genau den Sinn der Vorlage wiedergeben und dabei der Besonderheit der Sprache des Übersetzers Rechnung tragen; um den Sinn des Werkes zu verdeutlichen, muss der Übersetzer die Übertragung notwendig mit Anmerkungen versehen. Ephrem leistete damit einen umfangreichen Beitrag zu allen Gattungen der georgischen geistlichen Literatur. Seine wichtigsten Übersetzungen waren Johannes Chrysostomus' Kommentare zu den Paulus-Briefen, die Kommentare zum Buch des Predigers Salomos von Gregor von Neocäsarea, Homilien und Polemische Diskurse von Gregor von Nazianz; das Asketikon von Basilius dem Großen (ohne die Ethik); das Lehrwerk zur Askese von Ephraem dem Syrer, ferner Werke von Johannes Cassianus, == Palladius von Hellenopolis, Theodoret von Kyrrhos und verschiedenen anderen Autoren.

Ephrem legte den Grund der georgischen Philosophie; indem er die philosophischen Werke von Johannes von Damaskus und die Abhandlungen von Pseudo-Dionysios Areopagites übersetzte, schuf er die georgische philosophische Fachsprache und förderte das Interpunktionssystem. Sein Werk Über die Gründe der Bekehrung der Georgier istt eines der bedeutendsten der georgischen geistlichen Literatur.


Quellen:
• Bibliotheca sanctorum orientalium, 1. Bd., Roma: Città Nuova, 1998, Dank an C. S., Brief vom 23. August 2009
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