Ökumenisches Heiligenlexikon

Erasmus
auch: Elmo

Gedenktag katholisch: 2. Juni

Gedenktag orthodox: 4. Mai

Name bedeutet: der Liebenswürdige (griech.)

Bischof von Antiochia, Märtyrer, Nothelfer
* Anfang des 3. Jahrhunderts in Ohrid in Mazedonien (?)
† 303 (?) in Fórmia in Kampanien in Italien

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Nicolas Poussin: Martyrium des Erasmus, 1629, Vatikanische Museen

Nicolas Poussin: Martyrium des Erasmus, 1629, Vatikanische Museen in Rom

Erasmus war wohl um 300 Bischof von Antiochia - dem heutigen Antakya. Er verbarg sich nach den ältesten Legenden sieben Jahre im Libanon-Gebirge, um die Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian durch inständiges Gebet abzuwenden. Ein Rabe brachte ihm Nahrung, bis er auf Geheiß eines Engels nach Antiochia zurückkehrte, vor Gericht gestellt und ins Gefängnis geworfen wurde. Dort habe er furchtbare Martern mit brennendem Pech und Schwefel unverletzt überstanden.

Mehrfach von Engeln befreit, kam Erasmus der Überlieferung nach auch nach Sirmium in Illyrien - dem heutigen Sremska Mitrovica in Serbien. Er wurde Diokletian und später Maximian gegenübergestellt und überwand alle Martern in strahlender Schönheit: mit einer Seilwinde habe man ihm die Gedärme herausgezogen - diese Winde hat ihn zum Patron der Schiffer bestimmt. In einen Kessel mit kochendem Öl gestellt, fächelten Engel ihm Kühlung zu; das herausspritzende Öl aber traf den Kaiser, der Erasmus um Heilung anflehte, als der dem Kessel unbeschadet entstieg. Erasmus wurde vor den Jupiter-Tempel geführt, wo die Statue zu Staub zerfiel, ein riesiger Drache herausfuhr und von Erasmus vertrieben wurde. Er bekehrte daraufhin Tausende und taufte sie.

Vom Erzengel Michael wurde Erasmus dann nach Fórmia in Kampanien geleitet. Auf der Seereise konnte sein Gebet den Sturm stillen. Am neuen Wirkungsort lebte und wirkte er als Seelsorger, von Engeln ernährt. Rettende Wundertaten vollbrachte er bei einem großen Viehsterbens und bei einem heftigen Gewitter, bis er nach siebenjähriger segensreicher Tätigkeit hochbetagt und sanft entschlief. Erasmus gilt als Märtyrer, weil er nach anderer Überlieferung in Fórmia an den Folgen seiner zweimaligen Martern in Antiochia und Sirmium starb.

Erasmus' Gebeine wurden im 9. Jahrhundert nach Gaëta gebracht. Reliquien gelangten auch nach Magdeburg, sie wurden von Kardinal Albrecht von Brandenburg in das Stift der von ihm gegründeten Erasmus-Bruderschaft auf dem Moritzberg bei Halle übertragen. Das vor Gewittern auf der Mastspitze von Schiffen sichtbare St.-Elms-Feuer - blaue Flämmchen durch elektrische Entladung - wird in Portugal und Italien, wo er Elmo genannt wird, auf ihn bezogen: Erasmus soll während eines Gewitters gepredigt haben, aber über ihm und seinen Gefährten blieb der Himmel hell, obwohl ringsum Blitze zuckten.

Erasmus ist einer der 14 Nothelfer.

Attribute: Seilwinde, Kessel, Nägel
Patron von Gaëta; der Seefahrer, Seiler, Drechsler, Weber, Haustiere; gegen Krämpfe, Koliken, Magenleiden, Geburtsschmerzen und Unterleibsbeschwerden; bei der Geburt; gegen Viehkrankheiten


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
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