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Erich Sack kam nach dem Studium der Theologie in Königsberg - dem heutigen
Kaliningrad
- zunächst in die konservative Gemeinde St. Anschar mit dem Kranken- und
Diakonissenhaus Bethlehem
in Hamburg-Eppendorf.
1914 erhielt er eine Pfarrstelle im ostpreußischen Lyck - dem heutigen Ełk.
Als die Stadt im 1. Weltkrieg von der russischen Armee eingenommen wurde, konnte
er ihre Zerstörung verhindern. 1924 übernahm er eine Gemeinde bei Pillkallen,
das die Nazis später in Schloßberg umbenannten, dem heutigen Dobrowolsk.
1927 wechselte er auf die Pfarrstelle Lasdehnen / Lazdynai, das ab 1938
den deutschen Namen Haselberg bekam - das heutige Krasnosnamensk.
Im Dritten Reich
wandte er sich
energisch gegen die Deutschen Christen
und die Nationalsozialisten. 1942 wurde
er wegen Schwächung der Widerstandskraft des deutschen Volkes
von der Gestapo
verhaftet und nach Dachau
gebracht. Schwere körperliche Arbeit und unzureichende Ernährung zehrten
ihn bald aus und fĂĽhrten zu seinem Tod.
Die Formulierung Schwere körperliche Arbeit und unzureichende
Ernährung zehrten ihn bald aus und führten zu seinem Tod
beruht auf einer
Behauptung, die von der Kirchengemeinde Haselberg so nicht mitgetragen wurde.
Die Mehrheit der Kirchengemeinde fragte sich: Warum wurde der Pfarrer in das
Todeslager Dachau geschickt? Dachau bedeutete fĂĽr viele politische Gefangenen
Todesurteil ohne Richterspruch!
Für uns und andere Anhänger des
Pfarrers und seiner Familie stand fest: Pfarrer Erich Sack wurde ermordet.
Erwin Scheerat ĂĽber E-Mail, 3. Oktober 2010