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Eugen Bolz
Eugen Bolz, Sohn einer alteingesessenen Handwerkerfamilie und zwölftes von 13
Kindern, studierte bis 1905 Jura in Tübingen,
Bonn
und Berlin.
1912 wurde er Reichstags- und 1913 württembergischer
Landtags-Abgeordneter der
katholischen Zentrumspartei. 1919 übernahm er in der neuen Weimarer Republik das
Amt des Justizministers, 1923 wurde er zum Innenminister berufen. Von 1928 bis
zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 übte er zugleich in
Stuttgart
das Amt des württembergischen Staatspräsidenten aus, er förderte besonders die
mittelständische Wirtschaft. Grundlage seines Wirkens war ihm die katholische
Soziallehre: Politik ist nichts anderes als praktisch angewandte Religion.
Schon Anfang 1933 warnte er vor den Gefahren des Nationalsozialismus, im Juni
1933 wurde er für einige Wochen in die damals so genannte Schutzhaft
genommen.
1941 nahm == Carl Goerdeler Kontakt mit ihm auf und weihte ihn in die Pläne des
Widerstands ein, Bolz sagte zu, in einem künftigen Kabinett Goerdeler
Kultusminister zu werden. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde auch Bolz
verhaftet, nach Berlin
überführt, am 21. Dezember 1944 vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt und dann
zusammen mit acht weiteren Männern mit dem Fallbeil hingerichtet.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon