Gedenktag katholisch: 10. Dezember
bedacht im spanisch-mozarabischen Hochgebet
Name bedeutet: die gut Redende (griech.)
unbekannter spanischer Meister: Leben der Eulalia, um 1350, in der Kathedrale in
Palma di Mallorca

Eulalia, Tochter einer wohlhabenden christlichen Familie, verließ im Alter von zwölf Jahren heimlich das elterliche Landgut, um vor dem Statthalter von Mérida gegen die Verfolgung ihrer Glaubensgenossen zu protestieren. Sie riss ein Götzenbild von der Wand und wurde daraufhin festgenommen. Der Statthalter ließ ihr die Kleider vom Leib reißen, sie geißeln und foltern, schließlich lebendigen Leibes - der Überlieferung nach in einem Backofen - verbrennen. Die Legenden berichten, wie ihre befreite Seele als weiße Taube gen Himmel flog.
John William Waterhouse: St. Eulalia, um 1885, in der Tate Gallery in London

Die Leidensgeschichte der Eulalia verfasste um 400 Prudentius. Eulalias Verehrung war auch in Nordafrika weit verbreitet. Gregor von Tours pries Eulalias Glaubenstreue und Standhaftigkeit. Eulalia wurde auch im Mosaik der Märtyrerinnenprozession des 6. Jahrhunderts in S. Apollinare Nuovo in Ravenna dargestellt. Ihre Geschichte wurde zur Vorlage für die Leidensgeschichte der Eulalia von Barcelona.
Eulalia ist bis heute die am meisten verehrte Märtyrerin Spaniens. Der Ofen
der Eulalia
wird bis heute in Mérida
gezeigt. Die nach ihr benannte Kirche in Mérida bezeugt mit einer Inschrift,
dass ihr Vorgängerbau, von dem Reste noch in der Kirche erhalten sind,
ursprünglich ein dem römischen Gott Mars geweihter Tempel war. Reliquien
gibt es an vielen Orten, so im Dom in Breslau / Wrocław
Attribute:
Miniaturofen, Taube
Patronin
der Wöchnerinnen, der Reisenden, gegen Ruhr und Unglück
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon