Ökumenisches Heiligenlexikon

Eustachius Kugler
Taufname: Joseph

Gedenktag katholisch: 10. Juni

Name bedeutet: der Standhafte (griech.)

Ordensprovinzial
* 15. Januar 1867 in Neuhaus in der Oberpfalz in Bayern
† 10. Juni 1946 in Regensburg in Bayern

Kartenskizze

Eustachius Kugler

Eustachius Kugler

Joseph Kugler war Bauernsohn und körperbehindert. Er konnte erst nach Ablehnungen und Schwierigkeiten im Alter von 26 Jahren dem Hospitalierorden der Barmherzigen Brüder vom Hl. Johannes von Gott beitreten und den Ordensnamen Eustachius annehmen. 1905 wurde er zum Prior der Anstalt Straubing, 1922 des Krankenhauses in Neuburg an der Donau, 1925 zum Ordensprovinzial für Bayern ernannt. 1929 begann er mit dem Bau des großen Krankenhauses in Regensburg, was ob der gewagten Größe des Projekts umstritten war.

Manchmal musste Eustachius Kugler die direkte Ablehnung seiner Mitbrüdern erfahren, skrupulöse Bescheidenheit wurde ihm von Neidern unterstellt, auch sein Kosename Klostersepp war nicht immer nur positiv gemeint. In der Nazi-Zeit des Dritten Reiches ertrug er die Verhöre der Gestapo, still duldend bis zum Zusammenbruch; trotz stark angeschlagener Gesundheit besuchte er kriegszerstörte Einrichtungen besucht, um Mut zu machen. Seine körperlichen Leiden trug Eustachius mit Geduld und starb im Ruf der Heiligkeit als besonderes Beispiel eines demütigen Ordensmannes.

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ist heute mit rund 900 Betten und etwa 2300 Mitarbeitern das größte katholische Krankenhaus in Deutschland. 1982 wurden Eustachius' Gebeine in die Krankenhauskirche St. Pius in Regensburg, übertragen.

Kanonisation: Eustachius Kugler wurde im Oktober 2009 in Regensburg seliggesprochen.


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Newsletter von Radio Vatikan – 4. Oktober 2009
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XIV, Herzberg 1998
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