Ökumenisches Heiligenlexikon

Evagrius (Ewagre) Mgwimeli (von Mgvimo)

Gedenktag orthodox: 4. Februar
                                       4. Januar

Name bedeutet: der (auf der Jagd) Glückliche (griech.)

Mönch
lebte im 6. Jahrhundert

Ewagre war zuerst Herzog von Zichedidi und ein bedeutender Staatsbeamter am Hof des Königs von Kartlien. Ewagre überlegte, als Einsiedler zu leben, als er auf einem Jagdausflug Zeuge eines Wunders wurde: er sah eine Taube Nahrung zum Einsiedler Schio bringen. Dass ein Einsiedler so gut versorgt wird, war Ewagre zuwider, deshalb eilte er schnell hinweg; andererseits wollte er aber doch in der Einsamkeit bleiben und harrte zunächst aus, bis sein Lehrer Schio anordnete, dass er nach Hause zurückzukehren, alle Angelegenheiten regeln und seinen Familienangehörigen Lebewohl sagen solle, um dann zu den Ufern des Flusses Mtkwari aufzubrechen und einen ihm von Schio geschenkten Stock ins Wasser zu legen. Wenn der Fluss austrockne sei dies ein Zeichen Gottes, das mönchische Leben zu ergreifen; anderenfalls müsse er sein Vorhaben aufgeben. Ewagre tat so, ließ sich dann nach dem Willen Gottes bei Schio nieder und wurde einer der ersten georgischen Schüler von Schio Mgwimeli.

Von da an begann sich die Zahl der Asketen um Schio und Ewagre herum zu vervielfältigen, so entstand das Kloster. Ewagre kaufte mit eigenen Mitteln für die Gemeinschaft das Dorf Schalteba mit dem zugehörigen Land. Nach einiger Zeit begab sich Schio mit der Erlaubnis des geistlichen Vaters Johannes Sedasneli und der vom Samuel, dem Katholikos von Kartlien, in eine Höhle und ernannte Ewagre zum Hegumenos der Gemeinschaft des heute nach ihm benannten Klosters Schiomgwime. Nach dem Tod des Meisters wohnte Ewagre in dessen Höhle und verbrachte dort die letzten Lebensjahre.

Die Erzählung des Lebens von Ewagre ist enthalten in dem hagiographischen Werk Das Leben und die Werke unserer verehrungswürdigen Väter Schio und Evagrius, verfasst von Arsenius II., der von 955 bis 980 Katholikos von Kartlien war.


Quellen:
• Bibliotheca sanctorum orientalium, 1. Bd., Roma: Città Nuova, 1998, Dank an C. S., Brief vom 23. August 2009
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